Das bewegungsarme Sitzen während langer Flugreisen behindert den Rückfluss des Blutes von den Beinen zum Herzen. Vor allem bei Risikopatienten kann es deshalb zu einer Thrombose der unteren Extremitäten kommen. Wenn sich das entstandene Blutgerinnsel löst und mit dem Blutstrom in eine Lungenarterie gelangt, kann eine lebensgefährliche Lungenembolie entstehen. Studien zeigen, dass nach Langstreckenflügen die Thrombosegefahr für prädisponierte Flugreisende bis zu fünf Tage lang erhöht ist.
Als prädisponiert gelten Passagiere
- mit venösen Vorerkrankungen,
- über 40 Jahre,
- mit Übergewicht,
- mit Herzinsuffizienz,
- mit Krebserkrankung,
- mit Beingipsverband,
- mit einer kurz zurückliegenden Operation,
- während einer Schwangerschaft,
- die hormonell verhüten.
Wie häufig solche Ereignisse sind, ist weitgehend unklar. Die Ergebnisse einer neuseeländischen
Studie lassen vermuten, dass etwa ein Prozent der Reisenden betroffen sein könnte. In die Studie wurden mehr als 800 Vielflieger, die als wenig bis mittel Thrombose-gefährdet galten, nach Langstreckenflügen untersucht. Neun der Studienteilnehmer entwickelten venöse Thromboembolien, dabei eingeschlossen waren vier Fälle von Lungenembolien und fünf mit tiefen Beinvenenthrombosen). Die Thrombosen kamen in der Studie sowohl in der „Economy Class“ als auch in der „Business-Class“ vor.
Um Venenthrombosen auf langen Flugreisen zu verhindern, sollten sich Passagiere möglichst viel bewegen. Hilfreich sind isometrische Übungen, die am Platz durchgeführt werden können. Bei ruhigen Flügen ist darüber hinaus, das Hin- und Herlaufen auf den Gängen empfehlenswert. Außerdem sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden (etwa 150 ml pro Stunde Flugzeit). Gut geeignet sind Säfte und Wasser. Alkohol, Kaffee und Tee sollten dagegen vermieden werden, ebenso wie Sedativa und Hypnotika. Prädisponierte Reisende sollten außerdem Wadenkompressionsstrümpfe tragen (mindestens Klasse 1 oder je nach Indikation). Zusätzlich sollten ihnen Gerinnungshemmer zur Selbstinjektion verabreicht werden – etwa niedermolekulare Heparine wie beispielsweise Enoxaparin. Zahlreiche Informationen über die Thrombo-Embolie-Prophylaxe bietet die Initiative
CARE FOR LIFE, die im Jahre 1992 von dem pharmazeutischen Unternehmen Rhone-Poulenc Rorer ins Leben gerufen wurde.