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Extreme Einsätze: In rauer See und im Hochgebirge
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08. Dezember 2006
411 Mal rückten im Jahr 2005 die Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) aus, um Kranke und Verletzte von Seeschiffen, Halligen oder Inseln auf das Festland zu befördern. Mit an Bord waren jeweils freiwillige und ehrenamtlich tätige Seenotärzte – „wobei es eigentlich Seenot-Ärzte heißen müsste“, wie Dr. Bernd Anders von der DGzRS hervorhebt. Ihnen steht auf den Schiffen jeweils ein Bordhospital zur Verfügung – für Einsätze wie diesen:

„Von dem französischen Chemikalientanker „Bro Etienne“ (185,60 m Länge) erreichte die Seenotleitung Bremen der DGzRS am späten Montagvormittag ein Funkspruch, dass bei Decksarbeiten ein Besatzungsmitglied am Auge verletzt worden sei. Zusammen mit dem Seenotarzt lief der Seenotkreuzer HERMANN HELMS von der Station Cuxhaven zur Position des Frachters auf „Außenelbe Reede“ 22 Seemeilen nordwestlich Cuxhaven. Bei ziemlich grobem Seegang mit Wellenhöhen bis zu zwei Meter wurde der Verletzte übernommen, an Bord erstbehandelt und nach Cuxhaven transportiert. Hier empfahl ein zwischenzeitlich alarmierter Augenarzt den Weitertransport in eine Bremer Fachklinik, wo der Mann zur Beobachtung blieb.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) (www.dgzrs.de/index.php?id=68&backPID=68&tt_news=67), mit freundlicher Genehmigung


Auch im Hochgebirge sind Notärzte im Einsatz. Zum Beispiel der gebürtige Südtiroler Dr. Florian Demetz. Er arbeitet an der Klinik für Anästhesiologie der Universität München und forscht dort mit seinen Kollegen unter anderem über die Veränderung der Mikrozirkulation bei der Höhenkrankheit. Im Sommer ist er außerdem als Notarzt mit dem Rettungshubschrauber in Zermatt unterwegs, um Verletzte bei Bergunfällen zu versorgen. Im Gespräch mit Hellmuth Nordwigberichtet er über diese Einsätze:

„Ob man im Hochgebirge landen kann oder nicht, hängt vom Gelände ab und vom Hubschraubertyp, der zur Verfügung steht. In der Matterhorn-Nordwand ist eine Landung nahezu ausgeschlossen. Da werden Sie mit der Seilwinde zum Patienten hinabgelassen oder mit einem Fixtau, das unter dem Hubschrauber in einen zentralen Lasthaken eingehängt wird. Dieses Tau ist bis zu 200 Meter lang, also deutlich mehr als zwei Kirchtürme übereinander. Das erfordert von allen Beteiligten, also vom Piloten und vom Notarzt, der unten dran hängt, extrem viel Können und eine ausgezeichnete Zusammenarbeit. Solche Einsätze stellen eine große Herausforderung dar - ich bin durchaus angespannt und sehr konzentriert, aber ich würde nicht von Stress sprechen. Wenn Stress entsteht, sollte man das nicht machen. Stress wird es nur dann, wenn man etwas tut, das man nicht im Griff hat und nicht gelernt hat. Ich habe das große Glück, dass ich mit exzellent ausgebildeten Piloten und sehr guten Bergführern zusammenarbeiten kann.“



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Links und Literatur


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