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Medikamentöse Therapie
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23. Mai 2006
Die Therapie des Anstrengungsasthmas besteht aus körperlichem Training und einer medikamentösen Prophylaxe zusätzlich - sofern nötig - zur antientzündlichen Dauertherapie.

Ferner bestehen viele Möglichkeiten für eine nicht-medikamentöse Prophylaxe durch eine Reduktion der Stimuli:
  • Vermeidung von Belastungssituationen in kalter Luft (unter -5 °C sollte kein Training im Freien stattfinden).
  • Möglichst geringe Exposition gegenüber Allergenen wie Tierhaaren, Pollen, Pilzen oder Hausstaubmilben.
  • Keine körperliche Belastung bei viralen oder bakteriellen Infekten der Atemwege, da diese die bronchiale Hyperreaktivität verstärken.
  • Training mit geeignetem Intervallaufwärmtraining beginnen (100 Sekunden zügig gehen - 20 Sekunden schnell laufen) und langsam ausklingen lassen. Die Sportart selbst sollte im Belastungsumfang der individuellen Leistungsfähigkeit angepasst sein.  

Spezielle Schulung für Asthmatiker, zum Beispiel durch Lungensportgruppen, helfen mit der Krankheit selbst, mit Notfällen und mit dem Belastungsasthma beim Sport umzugehen.

Medikamentöse Therapie
Ein Belastungsasthma auf dem Boden eines bekannten Asthma bronchiale muss zunächst entsprechend der nationalen und internationalen Therapieempfehlungen adäquat in einer Langzeittherapie eingestellt werden.
Ist die Krankheit gut kontrolliert, lässt sich das Belastungsasthma durch die prophylaktische Gabe bronchodilatativer Medikamente kurz vor der Anstrengung verhindern. Kurzwirksame inhalative Beta-2-Sympathomimetika sind hier das Mittel der Wahl. Die Inhalation sollte 15 Minuten, maximal eine Stunde vor dem Training erfolgen. Die Dilatationsdauer beträgt etwa 4 Stunden.

Ebenfalls gut geeignet sind Kombinationspräparate (Aarane®N) mit einem kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum wie Reproterolhydrochlorid und einer antiinflammatorischen Komponente wie der Cromoglicinsäure (Dinatriumchromoglykat oder DNCG). Die Komponenten verstärken sich in ihrer Wirkung gegenseitig und bekämpfen gleichzeitig die chronische Entzündung der Atemwege und die akute krampfartige Verengung. Die häufige Anwendung von Beta-2-Sympathomimetika (kurz- wie langwirksamen) führt zudem zu einer Tachyphylaxie, weswegen sie bei längerer Anwendung immer mit antiinflammatorischen Substanzen wie DNCG, inhalativen Steroiden oder Leukotrienrezeptorantagonisten kombiniert werden sollten.

Entsprechend dem Stufenschema der Deutschen Atemwegsliga zeigt die Wirkstoffkombination bei leichtem bis persistierendem mittelschwerem Asthma gute Ergebnisse.
Medikamente, die die Atemwegsobstruktion fördern, wie etwa Beta-Blocker, sind bei Asthmatikern zu meiden.

Andere Therapieoptionen
Langwirksame Beta-2-Sympathomimetika eignen sich zur Dauertherapie des Asthma bronchiale. Salmeterol wirkt nach etwa einer Stunde mit einer Wirkdauer von zirka 12 Stunden. Formotorol wirkt innerhalb von 15 Minuten für ebenfalls etwa 12 Stunden. Formotorol ist bedingt alternativ daher auch zur Prophylaxe des Belastungsasthmas geeignet. Inhalative Kortikosteroide, eine DNCG-Monotherapie, Antileukotriene oder Sameterol sind dagegen ausschließlich für die Langzeittherapie des Asthma bronchiale ab dem Schweregrad Stufe II geeignet.
Theophyllin besitzt von allen Bronchodilatatoren die schwächste Wirkung, die zudem dosisabhängig ist. Es wird in der Dauertherapie des Asthma bronchiale ab Stufe II in Kombination mit Beta-2-Sympathomimetika und Steroiden empfohlen, in der nicht retardierten Form auch zur Notfalltherapie. In der Therapie des Belastungsasthmas hat Theophyllin keinen Stellenwert.

Zusammenfassung

Standardtherapie des Belastungsasthmas 

  • Kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika wie Reproterol, Terbutalin, Salbutamol oder Fenoterol, bedingt durch die Kurzwirkzeit auch Formoterol.
  • Bewährt hat sich die Fixkombination (Aarane®N) von Reproterol mit Dinatriumchromoglykat (DNCG).  

Weitere Optionen  

  • Leukotrienrezeptorantagonisten
  • Theophyllin (Notfall)
  • Evtl. Anticholinergika
  • Evtl. orale Beta-2-Sympathomimetika  

Nicht pharmakologische Therapieoptionen   

  • Adaptation des Trainings
  • Meidung spezifischer und unspezifischer inhalativer Reize  

Generelle Empfehlung 

  • Therapie entsprechend dem Stufenschema (schweregradangepasste Bedarfs- bzw. Dauertherapie)
  • Asthmaschulung mit Adaptation der Trainingsmaßnahmen  

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Adressen
Anstrengungsasthma: Viele Faktoren spielen zusammen
Asthma und Sport – Möglichkeiten und Grenzen
Diagnostik des Anstrengungsasthmas
Interview mit Dr. med. Josef Lecheler
Literatur
Medikamentöse Therapie
Sport als Therapie


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