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Organisation des Rettungsdienstes
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10. Juli 2006
In Deutschland gibt es keinen Facharzt für Notfallmedizin. Notärzte sind in der Regel Krankenhausärzte (teilweise auch niedergelassene) der Fachrichtungen Anästhesiologie und Intensivmedizin, Chirurgie und Innere Medizin. Im Einsatz werden sie von Rettungsassistenten unterstützt, die eine mehr als zweijährige Ausbildung absolviert haben. Rettungssanitäter und Rettungshelfer haben hinsichtlich ihrer Ausbildung eine geringere Qualifikation.

Notrufe werden von der Rettungsleitstelle entgegengenommen, die von einer Rettungsorganisation oder von der Feuerwehr betrieben werden. In Deutschland gibt es keine einheitliche Notrufnummer (immer noch nicht, wie die Fachgesellschaften regelmäßig monieren). Über die EU-weite Notrufnummer 112 erreicht man in Deutschland die Feuerwehr - der sicherste Weg zum Absetzen eines Notrufs, wenn die regional gebräuchliche Nummer nicht bekannt ist. In vielen Gebieten Deutschlands ist die Rettungsleitstelle über die Telefonnummer 19222 erreichbar, manchmal muss dazu die Ortsvorwahl benutzt werden. 

Häufig kommt es zwischen der Rettungsleitstelle und niedergelassenen Ärzten zu Kommunikationsproblemen, wenn ein Notfall vorliegt. Ein "Krankentransportwagen" (KTW) ist kein Rettungsmittel, sondern dient nur zur Verlegung in die Klinik! Im Notfall ist immer ein "Rettungswagen" anzufordern. Eine Studie der Berufsfeuerwehr Köln hat allerdings deutlich gemacht, dass auch die Rettungsleitstellen in etwa einem von hundert Fällen nicht das geeignete Rettungsmittel zum Notfallort schicken. 

An Rettungsmitteln stehen zur Verfügung: 
  • Rettungswagen (RTW):
    Er ist mit mindestens einem Rettungsassistenten und einem Sanitäter, Helfer oder einem weiteren Assistenten besetzt. Ist zusätzlich ein Notarzt an Bord, spricht man von einem Notarztwagen (NAW). Im Rettungswagen können alle Maßnahmen zur Sicherung der Vitalfunktionen und der Notfallbehandlung durchgeführt werden.
  • Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF):
    Ein Pkw, der mit einem Notarzt besetzt ist, in der Regel auch mit einem Rettungsassistenten. Notfallkoffer und elementares Rettungsmaterial stehen dort zur Verfügung; ein Krankentransport ist nicht möglich. NEF werden im so genannten Rendezvous-System eingesetzt, das in vielen Gebieten gebräuchlich ist. Dabei kommt der Notarzt unabhängig vom Rettungswagen zum Notfallort.
  • Rettungshubschrauber (RTH):
    Er ermöglicht einen raschen Transport und ist ähnlich ausgestattet wie ein Rettungswagen, wenn auch beengter. Neben dem/den Piloten sind normalerweise ein Rettungsassistent und ein Notarzt an Bord.  

Die notfallmedizinische Versorgung erfolgt zunächst am Notfallort (also in der Wohnung, am Unfallort usw.) und wird so bald wie möglich im Notarztwagen fortgeführt. Nach der Stabilisierung der Vitalfunktionen (aber ohne unnötige Verzögerungen) wird der Patient in ein Krankenhaus transportiert. Dies erfolgt in Absprache mit der Rettungsleitstelle, die ggf. freie Betten sucht und den Transport beim Krankenhaus avisiert. Bei Verdacht auf Schlaganfall wird nach Möglichkeit ein Krankenhaus mit einer "Stroke Unit" angefahren. Die Übergabe im Krankenhaus erfolgt, falls vorhanden, in einem Reanimations- oder Schockraum. Dabei übergibt der Notarzt sein Einsatzprotokoll, und zusätzlich sollten beide Seiten darauf achten, alle erforderlichen Informationen über den Zustand des Patienten und die Vorgeschichte des Notfalls (Unfallhergang, bekannte medizinische Probleme, ggf. Hinweise auf Intoxikation, Tropenreise usw.) auszutauschen. 


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