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Gemeinsam lernen im Praxisteam
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29. Mai 2006
In den letzten Jahrzehnten ist in der Medizin ein gewaltiger Zuwachs an Wissen entstanden. Daher ist der Besuch von Fortbildungsveranstaltungen für das gesamte Praxisteam zu empfehlen, nicht nur für den Praxisinhaber.

Die Fortbildung des Chefs   ist zu ergänzen durch eine adäquate Schulung der Arzthelferinnen. Auch auf diesem Sektor gibt es heute viele Angebote für Fortbildungskurse und Seminare. Den Teilnehmerinnen wird in diesen Veranstaltungen nicht nur theoretisches Wissen vermittelt. Sie können das Gelernte auch sofort in praktische Übungen umsetzen. Lücken in der traditionellen Ausbildung, vor allem in der Kommunikation mit Patienten, können so ergänzt werden. Die Helferinnen lernen unter anderem, wie sie am besten mit schwierigen Patienten umgehen können.

Zu empfehlen ist der gemeinsame Besuch von Fortbildungsveranstaltungen durch den Praxisinhaber und seine Mitarbeiterinnen. Eine solche gemeinsame Fortbildung stärkt das Wir-Gefühl des gesamten Praxis-Teams und trägt für einen hohen Qualitätsstandard der Praxis bei. Hinweise auf gemeinsame Veranstaltungen für Ärzte und Praxismitarbeiterinnen finden sich unter anderem auf der Website www.der-arzt-und-sein-team.de.


Theresia Wölker
(Foto: Ärzte Zeitung /
Stephan Thomaier)

Die Personaltrainerin Theresia Wölker, eine bekannte Kolumnistin der Ärzte-Zeitung, zählt zu den Mitveranstaltern solcher Kongresse. Sie macht unter anderem auf das Phänomen der Berufsblindheit aufmerksam, die auch bei engagierten Arzthelferinnen anzutreffen ist. Unter dem Druck des Praxisalltags schwinden manche guten Vorsätze, Freundlichkeit und Geduld versanden im Getriebe überfüllter Wartezimmer. Nachlässigkeiten schleichen sich in der Routine ein:

  • Patienten stehen herum, ohne dass ihnen Aufmerksamkeit zukommt.
  • Patienten liegen, manchmal nur teilweise bekleidet, in einem Behandlungszimmer, während das Personal ein- und ausgeht.
  • Patienten werden mit ihrem Namen aufgerufen, aber ohne den Zusatz „bitte“.
  • Patienten warten ohne Information über Wartedauer und ohne Lektüre in Behandlungszimmern.           

Der Beruf der Arzthelferin ist ein sozialer Dienstleistungsberuf, der sich an den Bedürfnissen des Kunden Patient  zu orientieren hat. Unter dieser Prämisse sollte das Praxisteam gelegentlich kritisch überprüfen, ob sich nicht doch eine gewisse Unempfänglichkeit für die Bedürfnisse von Patienten in die Praxisroutine eingeschlichen hat, merkt Theresia Wölker an. Leitlinien im Umgang mit den Patienten sollten immer wieder im Team besprochen und verbindlich festgelegt werden.

Andererseits sollten auch die Patienten wissen, was sich gehört und was nicht. Hilfreich sind nach Wölker Spielregeln, die einen solchen Praxis-Benimmführer im Praxisprospekt deutlich machen: Geduld ist geboten, wenn kein Termin vereinbart worden ist, respektvolles und höfliches Verhalten ist angemessen. Zu vermeiden sind lautstarke Gespräche mit dem Handy. Auf den Verzehr von Kaugummi, Speiseeis und Hamburger in den Praxisräumen ist zu verzichten.


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Autor
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Kommunikation und Interaktion in der Arztpraxis - Vom Hören und Sagen
Literatur zum Praxismanagement
Mitarbeiter: Auswahl und Delegation


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