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Die Partner müssen kooperationsfähig und kompromissbereit sein
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Interview mit Herrn Rainer Schwitalski,
Geschäftsführer des Medizinischen Zentrum Lübbenau.
Das MVZ Lübbenau im Land Brandenburg hat sich aus einer ehemaligen Poliklinik entwickelt. Inzwischen sind in dem Zentrum zwölf angestellte Ärzte tätig, angeschlossen sind noch vier niedergelassene Mediziner.

Medicus: Welche nicht-ärztlichen Leistungserbringer haben sie noch in das Zentrum integriert?

Schwitalski: Das MZ Lübbenau bietet folgende Dienstleistungsbereiche an: Apotheke, Hörgeräteakustik, Orthopädieschuhtechnik, Medizinische Fußpflege, Labordiagnostik, Physiotherapie und eine Praxis für Logopädie.

Medicus: Wo sehen Sie die Chancen eines MVZ?

Schwitalski: Der große Vorteil eines Versorgungszentrums liegt in der besseren Verzahnung der Gesundheitsdienstleister. Vor allem die Schnittstellenprobleme zwischen den einzelnen Bereichen werden vermieden. Der Patient profitiert durch eine bessere Versorgung, aber auch die Ärzte haben Vorteile. So können sie sich auf direktem Weg kurzschließen, nicht nur über EDV. Das halte ich persönlich für äußerst wichtig. Zudem entlastet eine zentrale Verwaltung die Mediziner von administrativen Aufgaben.

Medicus: Wo liegen die Risiken?

Schwitalski: Probleme sehe ich beispielsweise bei der Abrechnung. Der neue EBM2000plus ist aus meiner Sicht nicht auf Kooperationen von verschiedenen Arztgruppen unter einem Dach zugeschnitten, sondern berücksichtigt in erster Linie die Leistung eines einzelnen Arztes. Der speziellen Organisation größerer fachübergreifender Versorgungsstrukturen wird nicht ausreichend Rechnung getragen. Da muss noch nachgebessert werden. 

Als eine weitere entscheidende Voraussetzung für einen dauerhaften Bestand und eine dynamische Entwicklung sehe ich in einer engen wirtschaftlich und rechtlich bindenden Verflechtung aller Partner. Die in einer Einzelpraxis stark ausgeprägt ärztliche Individualstruktur muss zurückgefahren werden. Die Partner müssen kooperationsfähig und kompromissbereit sein. Man muss in seinem Denken vom Ich zum Wir kommen – das halte ich für ganz entscheidend!

Medicus: Haben Sie schon Einzelverträge mit der GKV geschlossen – im Sinne integrierter Versorgung?

Schwitalski: Ja, wir haben gemeinsam mit dem Carl-Thiem-Klinikum Cottbus, der AOK sowie dem VDAK einen Vertrag geschlossen für die Indikation „rheumatische Erkrankungen“. Ziel des Projektes ist eine wohnortnahe und gezielte interdisziplinäre Versorgung der von Rheuma betroffenen Patienten.


Updated: 11. Mai 2005

Autorin
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