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 | Symptomatik beim Ertrinken | |
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Abhängig von der Dauer des Untertauchens und der dadurch entstandenen Hypoxie sowie von dem Stadium der Hypothermie zeigen sich beim Beinahe-Ertrunkenen sehr unterschiedliche Symptome, die von kaum erkennbaren Veränderungen bis hin zum klinischen Tod reichen. Weite lichtstarre Pupillen sind dabei nicht zwingend Ausdruck einer schlechten Prognose, sondern haben auch eine mögliche Ursache im Abkühlen der Körpertemperatur unter 30° C.
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| Mögliche Symptome nach Beinahe-Ertrinken |
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Atmung
Tachypnoe, Dyspnoe, Husten, Thoraxschmerzen, Zyanose, Rasselgeräusche, Giemen, Schnappatmung, Brummen Herz-Kreislauf
Tachykardie, Hypotonie, myokardiale Ischämie Abdomen
Blähungen, Erbrechen Zentral
Lethargie, Verwirrung, Krampfanfälle, Hyporeflexie, Koma EKG
Arrhythmien, Leitungsstörungen, Kammerflimmern, J-Wellen (Hypothermie)
Eine begleitende Hypothermie und relevante Begleitverletzungen bedingen das entsprechend notfallmedizinische Vorgehen.
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| Sekundäres Ertrinken |
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Minuten bis Tage nach einem Beinahe-Ertrinken kann sich durch das Trauma noch ein schweres Lungenödem ausbilden, das sofort ärztlicher Abklärung bedarf. Dieses sekundäre Ertrinken wird durch folgende Symptome begleitet:
- Verschlechterung des primär wenig beeinträchtigten Allgemeinzustandes,
- atemabhängige Schmerzen im Thoraxbereich,
- Atemnot,
- Zyanose,
- Unruhe,
- Bewusstseinstrübung mit Bewusstseinsverlust.
Beinahe-Ertrunkene sollten bis zum Ausschluss einer solcher Verfassungsverschlechterung zur Beobachtung in der Klinik bleiben.
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| Süß- und Salzwasseraspiration |
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Aspiriert das Unfallopfer größere Mengen der Flüssigkeit (mehr als ein Liter) während des Ertrinkens, kommt es im Körper zu unterschiedlichen Schäden, die sich vor allem auf die klinische Therapie auswirken. Die unterschiedliche Pathophysiologie von Salz- und Süßwassertraumen ist dabei auf die unterschiedlichen osmotischen Drücke zurückzuführen. Süßwasser wirkt hypoton und diffundiert somit aus den Alveolen in den Blutkreislauf, verdünnt das Blut, ändert die Elektrolyt- und Eiweißkonzentration und löst eine Hypervolämie aus. Ein Absaugen von Flüssigkeit ist nicht möglich. Salzwasser hat den gegenteiligen Effekt. Es wirkt hyperton. Plasma vom Blutkreislauf diffundiert in die Alveolen, das Blut dickt ein und es kommt zu einer Hypovolämie. Das bereits bestehende Lungenödem wird verstärkt. Besonders nach Süßwasseraspiration muss durch die Keimbelastungen immer auch mit einer begleitenden Lungenentzündung gerechnet werden.
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| Tauchunfälle |
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Nicht alles, was unter dem Begriff Tauchunfall zusammengefasst wird, entspricht dem klassischen Krankheitsbild von Tauchunfällen, das heißt einer Dekompressionskrankheit oder einem Barotrauma. Einige Zwischenfälle sind durchaus zu den Ertrinkungsunfällen zu zählen, zum Beispiel, wenn durch einen defekten Lungenautomaten oder aufgrund eines fehlerhaften Verhaltens des Tauchers Wasser aspiriert wird. Trotzdem ist bei Unklarheit über die Geschehnisse unter Wasser immer vom „worst case“ auszugehen, mit einer Therapie in Richtung Dekompressionskrankheit. Die Behandlung eines „gesunden Menschen“ in einer Druckkammer wirkt sich nicht auf seinen Gesundheitszustand aus, das Unterlassen einer solchen Behandlung bei einer Dekompressionskrankheit kann dagegen zum Tode führen.
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