„Bei jeder Geburt muss mindestens eine Person anwesend sein, die (...) zur Wiederbelebung in der Lage ist“, heißt es in der Leitlinie des Neonatal Resuscitation Program der American Academy of Pediatrics (siehe „Literatur und Links“). Bei Frühgeburten sollten von vornherein entsprechende Maßnahmen durch spezialisierte Helfer vorgesehen werden.
- Wiederzubelebende Neugeborene, die nicht zu früh zur Welt kamen, sollten mit bis zu 100% Sauerstoff beatmet werden. Für Frühgeborene (<32 Wochen) gilt das wegen der Gefahr der Übersättigung nicht.
- Ist der Puls unter 60 Schläge pro Minute, wird eine Herzmassage vorgenommen. Beim Neugeborenen ist im Gegensatz zu allen älteren Kindern und Erwachsenen das Verhältnis zwischen Herzdruckmassage zu Beatmung mit 3:1 vorgegeben.
- Bleibt der Puls weiterhin unter 60 Schlägen pro Minute, wird Adrenalin i.v. in einer Dosis von 0,01 bis 0,03 mg/kg gegeben.
- Naloxon kommt nur dann zum Einsatz, wenn das Herz unter Beatmung normal arbeitet, die eigene Atemfrequenz jedoch nicht ausreicht.
- Wesentlich ist auch, das Auskühlen zu verhindern.
Dagegen heißt es in der „Notfall-Fibel“ der Universität Tübingen: „Herzdruckmassage wird selten benötigt. Medikamente werden nur sehr selten gebraucht, die Notwendigkeit von Medikamenten deutet meist auf eine schlechte Prognose hin.“
Die Leitlinie aus den USA nimmt ausführlich Stellung dazu, wann Wiederbelebungsmaßnahmen nicht begonnen bzw. eingestellt werden sollten:
- Bei sehr geringen Überlebensaussichten (z. B. extrem frühe Geburt) sollte beim Fehlen von Spontanatmung von vornherein nicht wiederbelebt werden.
- Bei unsicherer Prognose und der Gefahr schwerer Schädigungen sollte den Wünschen der Eltern entsprochen werden.
- Nach 10 Minuten erfolgloser Wiederbelebung sollten Maßnahmen eingestellt werden.