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Schwimmen als Therapie und Reha-Sport
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23. Mai 2006

Außer als Freizeit- und Leistungssport wird das Schwimmen auch vielfach als Therapieform genutzt, insbesondere im Rahmen der Rehabilitation, als Altensport und für Behinderte. Dabei ist das Schwimmen in der Regel keine eigenständige Schwimmtherapie, sondern Bestandteil vom umfassenderen Therapiekonzepten für die jeweilige Zielgruppe. Daneben gibt es unter der modischen Bezeichnung „Aqua-Jogging“ Formen, die gleichermaßen therapeutisch nutzbar sind wie auch eine mehr oder weniger milde Formen von Freizeitsport darstellt.

Reha-Sport
Schwimmen ist neben Gymnastik, Leichtathletik und Bewegungsspielen in Gruppen eine der anerkannten Reha-Sportarten. Das bedeutet: Bei Verordnung durch den Arzt ist Kostenerstattung durch die Krankenkassen möglich. Das Schwimmen wird dabei wegen seiner gelenk- und bänderschonenden Bewegungsabläufe besonders genutzt bei Patienten, die längere Zeit in der Bewegung eingeschränkt waren, zum Beispiel wegen eines Knochenbruchs oder Bettlägerigkeit aus anderen Gründen. Zu den weiteren Indikationen zählen Herz- und Gefäßerkrankungen.

Reha nach Schlaganfall
Nach einem Schlaganfall ist das Schwimmen eine besonders gute Methode der körperlichen Ertüchtigung. Dabei sollte der Kopf nicht in den Nacken gestreckt werden, was beim Brustschwimmen besonders leicht vorkommt. Vielmehr sollte der Kopf gerade gehalten werden. Dies fällt beim Rückenschwimmen besonders leicht. Das Schwimmen sollte für die Patienten nicht anstrengend sein – Betroffene sollten sich dabei noch immer ohne Atemnot unterhalten können. Ein Anhaltspunkt für die Pulsfrequenz ist hier „160 minus Lebensalter“. Zumindest zu Anfang wäre es angezeigt, dass die Betroffenen nicht allein ins Wasser gehen.

Asthma
Beim bronchialen Asthma wird Schwimmen oft und zu recht als bevorzugte Sportart empfohlen (neben wenigen anderen Ausdauersportarten wie Radfahren und Laufen). Unter den Ausdauersportarten ist Schwimmen aus zwei Gründen besonders geeignet: Das Ausatmen gegen einen Widerstand stellt gleichzeitig ein Atemtraining dar, und die feuchtwarme Luft von Hallenbädern ist für Asthmatiker besonders angenehm. Negativ schlägt jedoch eine eventuell starke Chlorung des Wassers zu Buche. Zwar löst das Chlor nicht direkt Asthma aus, reizt jedoch generell die Atemwege.

Das Belastungsasthma tritt beim Schwimmen zwar nicht so oft auf wie beim Laufen, ist jedoch unter Bronchial-Asthmatikern nicht selten anzutreffen. Eventuell ist der prophylaktische Gebrauch eines Inhalators angezeigt.

Bei starkem Asthma ist es wichtig, dass eventuell vorhandene Notfallmedikamente auch während des Sports in Reichweite sind. Beim Schulsport sollten die Sportlehrer über die Erkrankung informiert sein und wissen, wo sie bei Bedarf diese Notfallmedikamente finden und wie sie anzuwenden sind. Grundsätzlich sollten auch Kinder mit Asthma Schwimmen und andere Sportarten betreiben, da sie, wenn sie zu sehr geschont werden, in der Bewegungskoordination zurückbleiben. 

Seniorensport
Grundsätzlich können auch ältere Personen jede Sportart ausüben, bis hin zu Bergsteigen und Marathonlauf – wenn sie sportlich stets „am Ball“ geblieben sind. Viele Interessenten haben jedoch lange Jahre keinerlei sportliche Aktivitäten betrieben und entschließen sich erst spät zu verstärkten Aktivitäten, vielleicht auch motiviert durch das eine oder andere Gebrechen oder spürbar nachlassende Kräfte. Jedoch ist es nie zu spät, sich körperlich zu betätigen.

Für diese Personen ist Schwimmen eine der besten Sportarten, da die untrainierten Muskeln, Gelenke und Bänder wenig belastet werden und ein eventuell erhöhtes Körpergewicht keine große Rolle spielt. Zu achten ist auf eine rücken- und gelenkschonende Schwimmtechnik, wobei das Rückenschwimmen einmal mehr eine besonders vorteilhafte Schwimmtechnik darstellt.

Behindertensport
Schwimmen ist eine der häufigsten Formen des Behindertensports. Generell soll Behindertensport gleichermaßen die physische Leistungsfähigkeit erhöhen und das Selbstvertrauen stärken, damit sich Behinderte besser in der Gesellschaft behaupten können. Bei Behindertensport sind drei Leistungsklassen zu unterscheiden – Rehabilitationssport, Breitensport und Leistungssport. Das Schwimmen wird in allen drei Kategorien betrieben, bis hin zu Wettbewerben im Rahmen der Paralympics. Spezielle Trainingsangebote für Behinderte werden bundesweit recht häufig angeboten. Besonders die Schwimmvereine haben oft geeignete Kurse im Programm.

Innerhalb des Behindertensport stellt das therapeutische Schwimmen nach McMillan eine besondere Übungsform im Wasser dar, die seit den 50er-Jahren international verbreitet ist. Im Rahmen dieser Methode sollen die Behinderten einen individuellen, für sie richtigen Schwimmstil erlernen. Dies geschieht ohne Hilfsmittel, aber immer mit einer Begleitperson im Wasser.

Aqua-Jogging
Aqua-Jogging ähnelt dem Joggen an Land, aber es wird in hüft- oder brusttiefem Wasser gelaufen, teilweise auch in tiefem Wasser mit Auftriebshilfen. Diese sportliche Betätigung kann einerseits durchaus anspruchsvoll sein, andererseits bietet sie sich besonders für einige Problemgruppen an. So ist das Körpergewicht wie beim Schwimmen je nach Wassertiefe um bis zu 90 Prozent reduziert. Dadurch eignet sich das Aqua-Jogging besonders für Personen mit Übergewicht oder Muskelschwäche. Durch den Wasserdruck wird dem Herz vermehrt Blut zugeführt, was wiederum zu einer geringeren Herzfrequenz führt. Diese Form des Ausdauertrainings kräftigt alle großen Muskelgruppen und das Herz-Kreislauf-System, schont aber Körper, Gelenke, Sehnen und Muskeln. Bei regelmäßigem Üben werden sehr schnell die Fettdepots reduziert. Durch den hohen Kalorienverbrauch in Kombination mit dem reduzierten Körpergewicht eignet sich das Aqua-Jogging unter anderem ideal als Sportkomponente beim Abnehmen.


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