Der Erfolg der Deutschen Herzstiftung, die entgegen ihrem Namen keine Stiftung ist und dementsprechend auch nicht auf Stiftungskapital zurückgreifen kann, ist auf das Engagement ihrer Mitglieder und vieler ehrenamtlicher Helfer, insbesondere aber auf die unterstützende Arbeit von Ärzten in Praxen und Kliniken zurückzuführen. Als weitere Stärke gilt ihre enge Bindung zur Wissenschaft. Sie ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung und stellt auch die offizielle Vertretung der Bundesrepublik in der internationalen Gemeinschaft der Herzstiftungen. Ihrem Wissenschaftlichen Beirat gehören fast alle führenden Kliniker und Wissenschaftler an, die auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen arbeiten.
Entsprechend ist die Förderung der wissenschaftlichen Forschung auch eines der erklärten Ziele der Deutschen Herzstiftung. Schließlich, so Vorstandsvorsitzender Becker, seien alle wesentlichen Fortschritte der letzten Jahrzehnte durch die Förderung der Wissenschaft erzielt worden. Unterstützt wird deshalb beispielsweise ein Projekt der Universitätsklinik Tübingen, das die Entstehungsmechanismen des Vorhofflimmerns untersucht oder ein Programm an der Berliner Charité, das die Rauchentwöhnung Schwangerer zum Ziel hat. Mit 80.000 Mark wird derzeit auch eine Studie der Herzchirurgischen Abteilung der Universitätsklinik in Münster mitfinanziert, die eine alternative Operationsmethode zur Herztransplantation untersucht, die "Batista-Operation". Das nach dem brasilianischen Herzchirurgen Randas J. V. Batista benannte Verfahren könnte eines Tages bei Patienten mit einer dilatativen Kardiomyopathie eine Organtransplantation überflüssig machen. Finanziell gefördert wird auch ein gemeinsames Forschungsprojekt des Deutschen Wetterdienstes in Freiburg und des Herzinfarktregisters in Augsburg, das die Zusammenhänge bestimmter Wetterbedingungen und Herz- und Kreislauferkrankungen näher beleuchten soll.
Mit dem jährlich verliehenen Förderpreis wird darüber hinaus Ärzten aus der Bundesrepublik geholfen, die - vorzugsweise im patientennahen Forschungsbereich - auf dem Gebiet der Herz-Kreislauferkrankungen wissenschaftlich arbeiten. Daneben verleiht die Deutsche Herzstiftung auch Jahresstipendien an Ärzte, die sich auf diesem Gebiet der Grundlagenforschung oder der klinischen Forschung widmen.
Doch auch im "ganz normalen" medizinischen Alltag sind die Ärzte ein vielgefragter Partner der Deutschen Herzstiftung. Schließlich sieht sich der Verein mit seinen rund 70 Selbsthilfegruppen als Brücke zwischen Arzt und Patienten und ist damit darauf angewiesen, daß die regelmäßig durchgeführten Aktionen und Projekte zur Aufklärung der Bevölkerung von einer breiten Schicht an Medizinern begleitet werden.
Im Abstand von zwei Jahren organisiert die Deutsche Herzstiftung beispielsweise die Herzwoche, eine bundesweite Aufklärungskampagne zur Früherkennung des Herzinfarktes. Ärzte können sich mit Seminaren, Vorträgen, Informationsveranstaltungen, speziellen Beratungstagen oder anderweitigen Veranstaltungen beteiligen und damit solch bundesweit abgefaßten Aufklärungsaktionen zusätzliches Gewicht verleihen. Immer wieder organisierte Themenmonate rücken darüber hinaus bestimmte Aspekte von Herz- und Kreislauferkrankungen in den Mittelpunkt (z.B. Herzrhythmusstörungen) und benötigen ebenfalls die ärztliche Unterstützung in den Praxen vor Ort.
Daß der Informationsbedarf zu den Themen rund um die Herz- und Kreislauferkrankungen stetig zunimmt, zeigt die wachsende Zahl schriftlich und mündlich gestellter Anfragen. Im Jahr 1999 wurden von den Medizinern der Deutschen Herzstiftung insgesamt 18.000 Anfragen telefonisch (medizinische Sprechstunde am Telefon) und schriftlich (in der Mitgliederzeitschrift "Herz heute") beantwortet. Zum Vergleich: 1993 waren es noch 5.000.
Die Zeitschrift "Herz heute", die jedes Mitglied kostenlos erhält, gilt längst auch als interessante Lektüre für praktizierende Ärzte. Experten informieren darin über neueste medizinische Entwicklungen aus den Bereichen koronare Herzkrankheit, Bypass, Klappenoperationen, Schrittmacher, Transplantation und angeborene Herzfehler. Und sie gibt Auskunft über neue Behandlungsmethoden, Ernährung, Cholesterin, Medikamente, Nebenwirkungen, alternative Behandlungsmethoden und Fälle aus der psychotherapeutischen Praxis. Seit kurzem werden dort in der Rubrik "Im Blickpunkt" auch Forschungsergebnisse aus nationalen und internationalen Zeitschriften sowie Kongressen publiziert.