Statistischen Schätzungen zufolge rauchen in Deutschland seit Jahren stabil rund 28 Prozent der Erwachsenen (ab 15 Jahren), was 20 Millionen Rauchern entspricht. Die begleitenden gesundheitlichen Risiken sind in vielen wissenschaftlichen Studien hinreichend belegt. Allein in Deutschland sterben jährlich 90.000 bis 140.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Jede Zigarette verkürzt das Leben eines Rauchers um durchschnittlich fünf Minuten.
So steigen durch den Nikotinkonsum die Risiken für
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
- Arteriosklerose,
- Durchblutungsstörungen mit Folgen, wie Raucherbein, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Impotenz,
- Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüre,
- Lungenentzündung, Bronchitis, Lungenemphysem,
- Genschäden,
- Erblindung (Rauchen schädigt die Netzhaut; Raucher erblinden doppelt so häufig wie Nichtraucher)
- Krebserkrankungen (Lunge, Mundhöhle, Kehlkopf, Speiseröhre, Nieren, Blase, Magen, Darm und Haut),
durch das Rauchen verstärkt werden, z. B. Diabetes oder Asthma. Im Verdauungstrakt wirken 50 bis 100 Milligramm Nikotin bereits tödlich – soviel wie in fünf bis zehn Zigaretten enthalten sind.
Mehr als 4000 Inhaltsstoffe im „blauen Dunst“
Der Nikotingehalt einer Zigarette beträgt zischen 0,1 und 1,5 mg, wovon zirka 0,1 bis 0,4 mg in den Blutkreislauf gelangen. Das natürliche Alkaloid der Tabakpflanze ist für die Rauschwirkung verantwortlich. Nachdem es die Blut-Hirn-Schranke passiert hat, wirkt es zunächst zentralnervös aktivierend, wodurch sich der Raucher angeregt fühlt, sich besser konzentrieren kann und eine erhöhte Lernleistung und besser Reaktionszeiten erreicht. In höheren Dosen blockiert Nikotin die Ausschüttung des Neurotransmitters Acetylcholin, sodass Nervenimpulse schlechter weitergeleitet werden und eine sedierende und entspannende Wirkung entsteht, die auch mit einer Muskelrelaxation einhergeht. Nikotin wirkt akut auf Herz und Kreislauf, mit einer Zunahme der Herzfrequenz, mit Blutdruckanstieg, Abnahme der Hautdurchblutung und der Hauttemperatur und hat auch hungerstillende und gewichtsmindernde Effekte (Letzteres vor allem durch das reduzierte Hungergefühl und den erhöhten Grundumsatz).
Während das Nikotin die Hauptkomponente der Sucht ist, gehen die gesundheitlichen Schäden eher auf das Kohlenmonoxid und die „Kondensate" des Rauchs zurück. Nikotin ist nur einer von zirka 4.000 Inhaltsstoffen, die im Zigarettenrauch freigesetzt werden. Die Hauptbestandteile sind Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Stickoxide, Schwefeldioxid, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Phenole, Formaldehyd, Nikotin, Ammoniak, Akrolein sowie Spurenelemente, wie Nickel und Cadmium. Vor allem die Kohlenmonoxidkonzentration im Rauch führt zu einer verminderten Versorgung der Gewebe mit Sauerstoff und zu Gefäßschäden, wodurch vor allem koronare Herzkrankheiten, Arteriosklerose und Schlaganfall begünstigt werden. Außerdem wurden unter den Kondensaten mehr als 40 karzinogene Stoffe charakterisiert.
Gefahr auch für Passivraucher
Der vom Raucher inhalierte Rauch enthält aufgrund der hohen Verbrennungstemperaturen erheblich weniger Schadstoffe, Nikotin und Kohlenmonoxid, als der „Qualm", der entsteht, wenn die Zigarette vor sich hinglimmt und der wird von allen eingeatmet, auch von den Nichtrauchern. In Deutschland sterben jährlich mindesten 400 Menschen an den Folgen des Passivrauchens durch Lungenkrebs. Nach Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ist das Lungenkrebsrisiko beim Passivrauchen um 30-40 Prozent erhöht. Kinder aus Raucherfamilien haben ein deutlich höheres Asthmarisiko und sind nachweislich anfälliger für Atemwegsinfekte.