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Deutsche Tinnitus-Liga: Ein starker Partner für Arzt und Patient.
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06. Dezember 2002
Dass das Phänomen Tinnitus in Deutschland einen so hohen Bekanntheitsgrad hat, und Betroffene mehr Vorzüge als in fast allen anderen Ländern der Welt genießen, ist weitgehend einer Selbsthilfeorganisation zu verdanken: Der Deutschen Tinnitus-Liga e.V. (DTL).
22.000 Mitglieder machen sie zum größten Tinnitus-Zusammenschluss der Welt und zu einem anerkannten Partner des Gesundheitswesens in Deutschland. Der eingetragene gemeinnützige Verein trägt maßgeblich zur gesundheitlichen Aufklärung über Ohrgeräusche bei, über Hörsturz und Morbus Menière. Er hilft Betroffenen, trotz Tinnitus Lebensfreude und Arbeitsfähigkeit zu bewahren. Und er macht sich an der Seite des behandelnden Arztes für eine optimale Patientenbetreuung stark.

Und das alles wurde in nur 15 Jahren auf die Beine gestellt: Die DTL entstand im September 1986, auf Initiative von Hans Knör, nach einem ersten Treffen von neun Tinnitus-Betroffenen in Wuppertal. Hier in Wuppertal ist auch heute noch der Sitz des Vereins, auch wenn es bald Kontaktstellen in Berlin, Hamburg und vielen anderen Städten gibt. Knör ist heute Ehrenpräsident der Liga und setzt sich, mit stolzen 76 Jahren, noch immer für eine Verbesserung der Leistungen ein.

Viele Erfolge zu verzeichnen
Die DTL ist die Lobby aller Tinnitus-, Hörsturz- und Morbus-Menière-Betroffenen in Deutschland. Sie fördert die Forschung und setzt sich für die Verbesserung der sozialrechtlichen und therapeutischen Situation ein. So ist es vor allem der Tinnitus-Liga zu verdanken, dass der zur Verharmlosung verleitende Begriff "Ohrensausen" durch die medizinisch klar definierte und international anerkannte Diagnose Tinnitus ersetzt wurde. Das Leiden ist heute als eigenständige Behinderung im Sozialrecht anerkannt. Und den Betroffenen und der Fachwelt ist klar geworden, das sich dahinter eine komplexe Pathogenese verbirgt. Die Patienten werden ernster genommen, als noch vor wenigen Jahren, und die therapeutische Situation hat sich enorm verbessert - vor allem für den chronischen Tinnitus.

So wurden die psychotherapeutische Betreuung und die Retraining-Therapie eingeführt, der wissenschaftlichen Erkenntnis Rechnung tragend, dass Tinnitus über komplexe psychosomatische Mechanismen entstehen und verstärkt werden kann. Inzwischen führen über 30 Kliniken in Deutschland eine qualifizierte Tinnitus-Rehabilitation durch, und über 150 regionale Selbsthilfegruppen und 300 ehrenamtliche Mitglieder helfen bei der Patientenbetreuung. Der Tinnitus-Masker, ein Trainingsgerät zur Elimination der Ohrgeräusche aus der Hörwahrnehmung, wurde kassenfähig, zahlreiche Forschungsprogramme wurden initiiert, und für HNO-Ärzte gibt es verstärkt Fortbildungsangebote. Nicht zuletzt ist es dem Drängen der DTL zu verdanken, dass die Bundeswehr bei den Übungen ihren Gehörschutz verbesserte, und dass allgemein die Bemühungen wachsen, Hörschäden zu vermeiden - vor allem auch bei Jugendlichen.

www.tinnitus-liga.de
Detaillierte Informationen erhalten Sie und Ihre Patienten über die Homepage www.tinnitus-liga.de. Neben fachlichen Informationen finden Sie hier Diskussionsportale und Chatrooms, Neuigkeiten und Tipps, sowie ein Archiv relevanter Fachartikel und Forschungsergebnisse. Ein Lexikon führt Laien durch den Dschungel der Fachbegriffe. Und Interessenten können hier verschiedene Aufklärungsbroschüren, Bücher und Entspannungs-CDs bestellen oder in das neue „Tinnitus-Forum“, die Zeitung der DTL, blicken. Natürlich enthält die Homepage auch alle Informationen und Formulare für eine Mitgliedschaft. Die DTL arbeitet unabhängig, ohne staatliche Zuwendung. Sie finanziert sich rein über Spenden und Mitgliederbeiträge. Letztere belaufen sich für fachliche Mitglieder auf 75 Euro pro Jahr, für Betroffene und Angehörige auf 45 Euro (ermäßigt 25 Euro).


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