Das so genannte partielle Androgendefizit des alternden Mannes (Partial Androgen Deficiency of the Aging Male = PADAM) beschreibt etwas genauer als frühere Bezeichnungen wie "Climacterium virile“ oder „Andropause“ den beim alternden Manne zu beobachtenden kontinuierlichen Abfall der endogenen Sexualhormone. Mit diesem Phänomen hat sich in den letzten Jahren vor allem die von dem israelischen Endokrinologen Bruno Lunenfeld gegründete „International Society for the Study of the Aging Male“ (ISSAM) befasst. Anders als bei den unmittelbar mit der Menopause der Frau einsetzenden hormonalen Veränderungen und der damit verbundenen klimakterischen Symptomatik kommt es beim Mann in individuell unterschiedlichem Maße zu einem schleichend-progressiven Abfall der endogenen Hormonproduktion. Es tritt keine rapide Abnahme der Leydig-Zell-Funktionen ein und auch keine Hemmung der reproduktiven Kapazität – selbst in hohem Alter bleibt die Zeugungsfähigkeit des Mannes meist erhalten. Klinisch bedeutsam sind Veränderungen im zirkadianen Rhythmus, die sich unter anderem in einer signifikanten Abnahme des morgendlichen Testosteronspiegels beim Älterwerden äußert. Als Konsequenz eines zunehmend hypogonadalen Zustandes kommt es beim älteren Mann zu einer Reihe von Ausfallerscheinungen:
- Abnahme von Muskelmasse und Muskelkraft,
- Veränderungen im viszeralen Fettgewebe,
- abnehmende Libido oder Impotenz (erektile Dysfunktion),
- Abnahme an Lebensfreude,
- Abnahme von subjektivem Wohlbefinden,
- Osteoporose und Hautveränderungen.
Vorstellungen über einen Ausgleich hormonaler Mangelerscheinungen beim alternden Mann gehen zurzeit noch weit auseinander. Nutzen und Risiken verschiedener Formen der Hormonsubstitution sind wissenschaftlich noch nicht ausreichend in adäquaten großen Studien erforscht.