Medicus: Wo sehen Sie Vorteile für Ihre Kollegen bei der neuen Kooperationsform eines Medizinischen Versorgungszentrums?
Dr. Bausch: In erster Linie profitieren die Kollegen durch den schnelleren Transfer von Informationen. Das kann bei der Komplexität, die heute das Gesundheitswesen prägt, nur in einer besseren Versorgung der Patienten resultieren.
Medicus: Wofür würden sie Kollegen warnen, die ein MVZ gründen möchten?
Dr. Bausch: Ich warne energisch davor, sich dabei einem Kostenträger unterzuordnen und sich sein Handeln diktieren zu lassen. Ein Arzt soll seine Freiberuflichkeit wahren und ein MVZ im kollegialen System ausüben!
Medicus: Wie sehen sie die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen?
Dr. Bausch: Andere Berufsgruppen wie Physiotherapeuten oder Psychotherapeuten in das Versorgungszentrum zu integrieren, halte ich für problematisch. Da könnte es zu Problemen bei der Verteilung der Gelder kommen.
Medicus: Wo liegen dann aus Ihrer Sicht die Vorteile gegenüber der Gemeinschaftspraxis?
Dr. Bausch: Ein MVZ ist wesentlich flexibler und kann ein breiteres Leistungsangebot präsentieren. So kann ich in einem MVZ ärztlichen Sachverstand hinzuziehen, der nicht kontinuierlich benötigt wird. Man könnte beispielsweise an einem Wochentag eine spezielle gastroenterologische Sprechstunde anbieten oder ein Kinderpsychiater praktiziert einige Stunden in der Woche und behandelt gezielt Kinder mit ADHS.
Medicus: Werden sich die MVZ durchsetzen?
Dr. Bausch: Langfristig werden sich immer die durchsetzen, die flexibel, intelligent und arbeitsbereit sind, unabhängig von der gewählten Arbeitsstruktur.
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