Nicht immer müssen psychiatrische Notfälle medikamentös behandelt werden. Bei psychischen Erregungszuständen ist eine Basiskrisenintervention in der Regel ausreichend. Nur wenn kein Gespräch möglich ist oder der Patient so nicht stabilisiert werden kann, kommt die Gabe von Lorazepam (Tavor Expidet® 1-2,5 mg p.o.) oder Diazepam (Valium®2,5-5 mg i.v.) in Frage; in Verbindung mit psychotischer Angst evtl. ein Neuroleptikum wie Haloperidol (Haldol® 5-10 mg i.v.).
Für andere Krankheitsbilder stehen dem Notarzt an Medikamenten zur Verfügung:
Klassische Antipsychotika:
- hochpotent: Haloperidol (Haldol®) – wenig sedierend
- niederpotent: Levomepromazin (Neurocil®) – mehr sedierend
Indikation: Psychotische Zustände, Wahn, manische Symptome
Atypische Antipsychotika:
- Olanzapin (Zyprexa®)
- Risperidol (Risperdal®)
- Ziprasidon (Zeldox®)
- Aripirazol (Abilify®)
Keine dieser Substanzen ist für die intravenöse Gabe verfügbar; präklinische Studien existieren noch nicht
Benzodiazepine:
- Diazepam (Valium®) – anxiolytisch, sedierend, antikonvulsiv, muskelrelax., lange HWZ (20-40 Std.)
- Lorazepam (Tavor®) – stark anxiolytisch, milde sedierend, antikonvulsiv, stupor lösend, mittellange HWZ (12-15 Std.)
- Midazolam (Dormicum®) – wenig anxiolytisch, stark sedierend, kurze HWZ (2-3 Std.). Ist aber für die Notfallbehandlung von Patienten mit einer ausschließlich psychiatrischen Komponente weder indiziert noch zugelassen! (Pajonk 2006)
(Quelle: Dr. Katja Scholtes)