Die Behandlung tief liegender Verbrennungswunden erfolgt an den meisten Körperstellen mit einem Oberhauttransplantat aus einer anderen Körperregion (etwa vom Oberschenkel), der so genannten Spalthaut. Wegen der Infektionsgefahr sollte diese Operation so bald wie möglich erfolgen. Es wird eine etwa 0,2 mm dünne Oberhautschicht entnommen. Weil es sich nicht um Vollhaut handelt, fehlen Epidermis, Haarfollikel und Schweißdrüsen. In speziellen Maschinen können diese Transplantate gitterförmig zerschnitten werden, wodurch die Oberfläche bis auf das Sechsfache vergrößert wird. Die zu transplantierende Haut kann auf ein resorbierbares Trägermaterial aufgebracht werden. Die Einheilung ist in der Regel unproblematisch.
Im Gesicht, an Händen und Füßen, den Geschlechtsorganen und der weiblichen Brust wird diese gitterförmig zerschnittene Spalthaut aus ästhetischen Gründen möglichst nicht verwendet, sondern die Spalthaut lediglich gestichelt, damit Wundsekret abfließen kann.
Eine Alternative besteht in der enzymatischen Vorbehandlung der Spalthaut, durch welche die Zellen der Basalmembran vereinzelt werden und noch während der Operation direkt auf die Wunde gesprüht werden können. Einzelheiten zu dem Verfahren namens ReCell® finden Sie hier.
Auch gezüchtete Keratinozyten von Spendern werden zur Wunddeckung verwendet. Bei größeren Defekten wird nur vorübergehend die Leichenhaut von Spendern zur Deckung der Wunde transplantiert. Ziel der Behandlung ist es, dem Patienten an der verletzten Stelle wieder zu eigener Haut zu verhelfen.