Schneeschuhe bieten Wander- und Bergfreunden die Möglichkeit, tief in die alpine Winterlandschaft vorzudringen und abseits von Pisten und Skitrubel den Zauber einer verschneiten Winterlandschaft zu genießen. Im Gegensatz zum Ski- oder Snowboardfahren ist Schneeschuhwandern von jedermann in jedem Alter mit wenig Aufwand erlernbar, erfordert kaum spezielle oder kostspielige Ausrüstung, keine besonderen konditionellen Voraussetzungen und ist mit einer geführten Tour ohne planerischen Aufwand und nahezu ohne Risiken zu genießen.
Die Faszination liegt dabei sicher nicht nur in der sportlichen Komponente. Die vollkommene Stille und der Eindruck unberührter Natur, begleitet nur vom leisen Knirschen des Schnees unter den Schritten, lassen ein längst vergessenes Lebensgefühl erwachen. Der Mensch begegnet der Natur wieder im ursprünglichen Sinne und findet dabei in der Hektik des Alltags eine Ruheoase, in der Kopf und Körper eine Auszeit nehmen können. Der moderate Ganzkörpersport an der frischen Luft gehört so sicher zu den besten und auch schönsten Gesundheitsprophylaxen und erfreut sich entsprechend zunehmender Beliebtheit.
Zwischen Tradition und Neuzeit
Bevor Schneeschuhe erfunden wurden, waren weite Teile der verschneiten Welt unzugänglich. Schneeschuhe vergrößern die Trittfläche bei minimalem Zusatzgewicht. So sinkt man, egal wie hoch der Schnee auch liegt, kaum ein und geht sanft und sicher wie auf Wegen. Ursprünglich aus Zweigen geflochten, später aus unter Dampf gebogenem Holz und mit Tiersehnen oder Därmen bespannt, ist die Erfindung „Schneeschuh" schon mehr als 3000 Jahren alt. Die Eskimos und Indianer Nordamerikas benutzten die Gehhilfen im Winter, um Nahrung zu finden oder um neue Territorien zu erkunden. Später profitierten Trapper, Jäger und Pioniere davon, bis der Schneeschuh schließlich auch in Europa und Asien Einzug hielt, wo er vor allem für Förster, Jäger und Holzarbeiter im Winter von großem Nutzen war. Die ersten Modelle waren mitunter über zwei Meter lang, was die Bewältigung weiter Strecken in sehr tiefem pudrigen Schnee erlaubte, das Gehen aber auch sehr anstrengend machte.
Mit zunehmender Industrialisierung waren die Menschen nicht mehr auf das Jagen und Sammeln angewiesen. Die Natur wurde zum Freizeitterritorium und die Sportartikelindustrie sorgte dafür, dass Schneeschuhe hinsichtlich Material, Gewicht und Funktionalität perfektioniert wurden. So etablierte sich aus dem ursprünglich ökonomisch wichtigen Gebrauchsgegenstand ein Freizeitartikel mit breiten Einsatzmöglichkeiten. Mit dem tennisschlägerähnlichen Schuh der Trapper und Indianer hat der moderne Schneeschuh von heute nur noch wenig zu tun. Statt Holzrahmen und Ledergeflecht glänzt das moderne Sportgerät mit Alurahmen und modernster Bindungstechnik. Auch die Größe ist stark zurückgegangen, was das Gehen im Schnee deutlich vereinfacht hat.