Wer laufen kann, kann auch Schneeschuhwandern. Das ist prinzipiell richtig. Trotzdem sollte man bestimmte Regeln beachten, um mehr Spaß an der Sache zu haben, um die Natur nicht unnötig zu belasten und natürlich auch, um Risiken aus dem Weg zu gehen.
Anfangs lieber geführte Touren
Für Anfänger ist es empfehlenswert mit geführten Touren zu beginnen. So können sie eine Tour entsprechend ihrer Konstitution wählen und die Planung anderen überlassen. Die Schneeschuhe können im Sportgeschäft oder beim Tourenanbieter für rund 10 Euro pro Tag geliehen werden.
Die Ausrüstung
Zum Schneeschuhwandern benötigt man außer den Schneeschuhen und den Stöcken kaum mehr, als sowieso für Winterspaziergänge oder zum Skifahren im Schrank sein sollte.
Bei Kälte und Schnee empfiehlt sich für die Kleidung das „Zwiebelprinzip": Lieber mehrere Schichten aus Thermounterwäsche, Fleecepulli und einem wind- oder wasserdichten Sportanorak, die leicht ausgezogen und um die Hüften gebunden werden können. Unter einer dicken Jacke schwitzt man nur und beim Gehen behindert sie. Gut sind atmungsaktive Materialien, die von außen wasserundurchlässig sind, den Schweiß von innen aber nach außen abgeben. Entsprechende Ausrüstung bietet heute jedes Sportgeschäft. Wer hier etwas mehr bezahlt, findet dabei sehr gute und dennoch extrem weiche und leichte Materialien. Baumwolle ist eher ungeeignet, da sie am Körper lange nass bleibt. Besser sind Wolle, Seide oder Fleecestoffe. Zur Ausrüstung am winterlichen Berg gehören natürlich auch wetterfeste Handschuhe und Kopfbedeckung.
Als Schuhwerk eignet sich im Prinzip jeder feste, warme und Wasser abweisende Bergstiefel. So bleiben die Füße warm und trocken und die Fußgelenke werden beim Gehen am Hang stabilisiert. Die einfachen Bindungssysteme erlauben im Prinzip jedem festeren Stiefel guten Halt am Schneeschuh zu finden. Normale warme Winterstiefel oder wasserdichte Trekkingschuhe sind aber nur für kurze Wanderungen zu empfehlen. Für längere Touren sind steigeisenfeste Tourenschuhe besser, da sie ein Abschnüren der Blutzirkulation durch die Riemenbindung verhindern und dem Fuß mehr Halt geben. Gamaschen verhindern zusätzlich, dass Schnee von oben in die Schuhe gelangt.
Für mehr Trittsicherheit und auch Kraft unterstützend am Berg sind ansonsten Stöcke beim Schneeschuhwandern ein Muss. Teleskopstöcke lassen sich für jede Hangneigung an die Körpergröße anpassen. Sie sollten einen großen Schneeteller haben, der ein zu tiefes Einsinken verhindert und von der Länge her, ähnlich den Walking-Stöcken, ein weites Ausholen ermöglichen. Fachhändler bemessen die Stöcke für jede Körpergröße.
Sicherheit am Berg
Der Winter birgt neben seinen Reizen auch besondere Gefahren. Bei der Routenplanung ist Umsicht geboten: Wie hoch geht die Tour? Schaffe ich die Steigung? Wie lang ist der Weg bis zur ersten Hütte oder bis zum Ziel? Wo liegen besondere Gefahrenstellen? Wie ist die Schneebeschaffenheit und -höhe, wie die Lawinengefahr in dem Gebiet? Wo sind Hütten, auf die ich zur Not, z.B. bei Wetterumschwung, ausweichen kann? Eine detaillierte Routenplanung und die Erkundigung über die voraussichtliche Wetterentwicklung sind unerlässlich. Auskunft über die Lawinengefahr geben Wetterdienste im Internet, Radio und Fernsehen, aber auch regionale Lawinendienste oder Skigebiete. Mit „Snowcard" und Pendel lässt sich die Hangneidung vor Ort bestimmen. Je größer die Hangneigung, desto größer die relative Lawinengefahr. Dabei zählen natürlich auch Hänge oberhalb der geplanten Route.
Wer eine Tour plant, sollte sich eine detaillierte Karte von der Region besorgen. Im Winter sind auch bekannte Touren oft nicht wiederzuerkennen. Auch eine Uhr, eine Trillerpfeife und ein Handy (vorher über Netzempfang erkundigen!) gehören ins Gepäck, ebenso wie ein Erste-Hilfe-Paket mit Thermodecke, chemischen Hotpacks und Taschenlampe. Ersatzteile für die Schneeschuhe, Kompass bzw. GPS (Satellitennavigationsgerät), Höhenmesser sowie ein Verschüttetensuchgerät, Lawinensonde oder Schaufel sind bei entsprechend anspruchsvollen Touren immer zu empfehlen, nützen aber nur dem, der mit dem Umgang vertraut ist. Bei längeren Touren empfiehlt sich ferner Wechselwäsche, um Unterkühlungen nach Pausen vorzubeugen.
Ausreichend Getränke (am Besten warme gesüßte Tees in einer Thermoskanne) sind ein Muss, da man beim Tourengehen stark schwitzt und wegen der trockenen Winterluft auch über die Atmung viel Feuchtigkeit verliert. Trinkpausen empfehlen sich zirka alle 30 Minuten, auch wenn kein Durst besteht. Zum Essen für zwischendurch bieten Nüsse, Müsli- oder andere Energieriegel sowie Bananen das beste Energie-Gewichts-Verhältnis. Zur Vorbeugung von Schneeblindheit und Hautschäden sollte jeder Schneeschuhwanderer auch eine Sonnen- und Schneebrille bei sich tragen und mit Kälte- und Sonnenschutzcremes vorbeugen (vor allem bei Kindern!)
Aus Sicherheitsgründen ist es immer besser, mindestens einen Begleiter mitzunehmen. Falls etwas passiert, kann ein anderer Hilfe holen. Von Vorteil ist es sicher auch, zurückbleibende Personen, wie Hüttenwirte, Gastgeber oder Angehörige, von der Tour zu informieren.
Achtung vor der Natur
Der Reiz des Schneeschuhwanderns liegt in der unberührten Natur und so sollte es auch bleiben. Zur Routenplanung gehört also auch die Information über Flora und Fauna der Region. Schutzgebieten und Futterstellen sollte man ausweichen, Lärm vermeiden, Wege nach Möglichkeit nicht verlassen. Tiere, die in ihrer Winterruhe aufgeschreckt werden, verlieren einen Teil wichtiger Winterreserven, was tödlich für sie sein kann. Besonders gefährdet sind Raufußhühner, wie Birkwild oder Alpenschneehühner. Um sie auch bei der Nahrungssuche nicht zu stören, sollte man Gipfel, Rücken und Grate morgens bis 10.00 Uhr und am späten Nachmittag meiden.