In Cuxhaven rufen täglich Schiffsbesatzungen von allen Weltmeeren aus an. Seit 1931 ist es Tradition, dass das Stadtkrankenhaus Cuxhaven für die funkärztliche Beratung zuständig ist. Zunächst berieten die Cuxhavener Ärzte Seeleute ehrenamtlich; seit 1997 existiert ein Vertrag mit der Bundesrepublik, die damit der internationalen Verpflichtung nachkommt, einen medizinischen funkärztlichen Beratungsdienst für Seeleute bereitzustellen. Die funkärztliche Beratungsstelle in Cuxhaven untersteht dem Verkehrsministerium.
TMAS (Telemedical Maritime Assistance Service) Germany kann jetzt rund um die Uhr um Rat gefragt werden. Die Zentrale befindet sich auf der Intensivstation des Stadtkrankenhauses, so dass Notfall- und Intensivmediziner einem hilfesuchenden Schiff sofort zur Seite stehen können. Falls nötig, wird ein weiterer Arzt der jeweils benötigten Fachrichtung mit hinzugezogen.
Inzwischen schicken die Schiffsbesatzungen häufig digitale Fotos, an Hand deren die Cuxhavener Experten ihre Diagnosen stellen. Durch Satellitentelefon sei die Verständigung wesentlich besser als zu Zeiten, als die Kommunikation allein über Funk lief, erklärt das TMAS-Team.
Medico Cuxhaven erreichen täglich ein bis zwei Notrufe, zwei bis drei Anrufe berichten über das „follow-up“ einer Beratung und ein Anrufer wünscht Informationen. Vor kurzem wurde ein telemedizinisches System eingeführt, mit dessen Hilfe Parameter wie EKG, Blutdruck, Puls- und Atemfrequenz, sowie Kohlendioxid-Gehalt und Sauerstoffpartialdruck des Blutes übertragen werden können.
Internet: www.bluewater.de/tmas.htm