1. BestellCenter
  2. Kontakt
  3. Sitemap
 
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
Drucken
04. Mai 2007

Bei Kindern treten lebensbedrohliche Zustände meist als Folge einer Atemstörung auf. Denn die Atemwege sind bei Kindern wesentlich kleiner als bei Erwachsenen, häufig durch Infekte in ihrem Durchmesser beeinträchtigt und erzeugen dadurch einen hohen Atemwegswiderstand. Hierdurch kann es zum Sauerstoffmangel und zum Versagen der Atmung kommen. Erst danach tritt der Herzstillstand ein. Bereits zu Beginn der Reanimation trifft der Ersthelfer also eine Situation an, bei der alle Organe einen maximalen Sauerstoffmangel aufweisen. Die Beatmung ist deshalb bei Kindern die vordringliche Maßnahme der Reanimation (siehe „Beatmung und Herzmassage“).

Bei Erwachsenen ist die Situation anders, da die häufigsten Wiederbelebungssituationen, z. B. nach einem Herzinfarkt, als Folge eines kardialen Problems auftreten. Dies ist häufig von einer Rhythmusstörung begleitet wie Kammerflimmern, wodurch das Herz nicht mehr ausreichend Volumen weiter pumpt. Infolgedessen ist bei Erwachsenen die kardiale Wiederbelebung, insbesondere aber auch die Defibrillation am wichtigsten. Ungeübte Ersthelfer sollten deshalb bei Erwachsenen nicht versuchen, zu beatmen, sondern sich auf die Herzmassage konzentrieren – so das Ergebnis einer prospektiven Studie aus Japan, die in der Zeitschrift "Lancet" veröffentlicht wurde (2007 Mar 17; 369(9565):920-6). Für Kinder trifft diese Aussage nicht zu!

Ferner haben kleinere Kinder – anders als Erwachsene – noch keinen stabilen knöchernen Brustkorb. Viele Rippenanteile sind noch verknorpelt, die Atemwege bei Kindern weich, nachgiebig und eng. Aus dieser anatomischen Situation heraus ist die Möglichkeit, dass auch durch die reine Thoraxkompression das Kind ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, nicht sehr plausibel. „Daten hierzu gibt es jedoch nicht“, sagt Thomas Nicolai, Professor für Kinderheilkunde an der Universität München. 

Dennoch gilt auch für Kinder, dass bei einem tatsächlichen Herzstillstand das Herz ausreichend schnell massiert werden muss, um so viel Volumen - und damit Druck - in die Hauptschlagader zu pumpen, dass der Herzmuskel durchblutet wird. 

Und auch für Kinder gilt: Ganz ohne Erste Hilfe sind die Überlebenschancen am schlechtesten!



Kinderreanimation
Schwierige Prognose
Interview mit Prof. Dr. Thomas Nicolai
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
Beatmung und Herzmassage
Reanimation von Neugeborenen
Literatur und Links
Autor


  1. Copyright © 2005-2010 sanofi-aventis. Alle Rechte vorbehalten. | Impressum
  2. | Datenschutz
  3. | Nutzungsbedingungen
  4. | AGB
  5. |
  1. heatmap