Bis vor kurzem lag Norwegen ganz vorne bei reisewilligen jungen deutschen Medizinern. Chronischer Ärztemangel in Norwegen und ein schwieriger Arbeitsmarkt für Ärzte in Deutschland führten 1997 zu einem interessanten Abkommen zwischen der Bundesanstalt für Arbeit und dem norwegischen Medical Placement Project (MPP), das deutsche Ärzte nach Norwegen vermittelte. Zunächst skeptisch betrachtet, wurde das Projekt schnell sehr erfolgreich.
Zwar gehört Norwegen nicht zu den EU-Ländern, doch zum Europäischen Wirtschaftsraum, so dass die Europäischen Richtlinien für Ärzte gelten und die Erteilung der Berufsgenehmigung unproblematisch ist. Inzwischen kann Norwegen seinen Bedarf überwiegend mit dem eigenen Nachwuchs decken, so dass die norwegische Arbeitsverwaltung nicht mehr aktiv um Ärzte wirbt. Wer als Arzt in Norwegen arbeiten möchte, muss sich jetzt einen Arbeitsplatz in Eigeninitiative suchen.
Schlecht versorgt mit so genannten Gemeindeärzten (Kommuneleger) sind noch die ländlichen Gebiete und der dünn besiedelte Norden des Landes. Nach ein- bis zweijähriger Tätigkeit kann sich ein Kommunelege um eine Weiterbildungsstelle an einem norwegischen Krankenhaus bewerben.
Gesucht werden in Norwegen auch noch ausgebildete Fachärzte, vor allem aus den Gebieten Gynäkologie, Pädiatrie, Anästhesie und Orthopädie. Inzwischen nimmt der Konkurrenzdruck jedoch in den Krankenhäusern stark zu. Für ausländische Ärzte ist es schwierig geworden, in Norwegen eine Stelle zu finden, da der eigene medizinische Nachwuchs bevorzugt wird.
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