Vertraut man der Allensbacher Berufsprestigeskala aus dem Jahr 2005 (www.ifd-allensbach.de), ist es um das Ansehen des Berufsstandes Arzt vergleichsweise gut bestellt. Ärztinnen und Ärzte genießen nach wie vor das höchste Prestige aller Berufe. 71 Prozent der 2108 befragten Deutschen rechnen den Beruf zu denen, die sie am meisten schätzen.
An zweiter, dritter und vierter Stelle folgen die Krankenschwestern (56%), die Polizisten (40%) und Hochschulprofessoren (36%). Das Schlusslicht auf der 22 Berufe umfassenden Allensbacher Skala bilden Politiker und Gewerkschaftsführer (5%).
Dabei ist das Arztimage in Ostdeutschland angesehener (77%) als im Westen (70%) der Republik. Da es in den Umfragen von 1981 noch 81 Prozent der Westdeutschen waren, die Mediziner zu den fünf angesehensten Berufen zählten, sind Verluste unbestreitbar, jedoch auf hohem Niveau.
In der aktuellsten Auswertung vom Allensbacher Institut (November 2007) zu konkreten Erfahrungen mit Krankenhausärzten liegen die positiven Stimmen der Patienten im Schnitt auch beruhigend über der 50-Prozenthürde: Rückblickend auf die letzten zehn Jahre wird der betreuende Arzt von der Mehrheit der Patienten als vertrauenserweckend und kompetent (60%) eingestuft und in gleichem Maße, als freundlich und umgänglich (59%) beschrieben.
51 Prozent sind überzeugt, dass der Arzt gründlich und sorgfältig arbeitet und über neueste medizinische Kenntnisse verfügt. 55 Prozent, vor allem gesetzlich Versicherte, haben laut Umfrage 2007 allerdings die Erfahrung gemacht, dass sich die Ärzte im Krankenhaus für den einzelnen Patienten zu wenig Zeit nehmen und zu wenig auf ihn eingehen.
„Kein Beinbruch, aber Anlass nachzudenken", kommentiert Professor Dr. Wolfgang Donsbach die Allensbacher Zahlen.
Im Gesundheitsreport 2006 wurden Hausärzte von 70 Prozent der Befragten als freundlich und umgänglich bzw. vertrauenserweckend (66%) eingestuft. Allerdings fühlten sich nur 46 Prozent ausreichend informiert und nur 42 Prozent empfanden ihren Arzt als offen und ehrlich. Die Spitze der „Wunschliste" der Patienten ergab in dieser Umfrage kürzere Wartezeiten (44%), kurzfristige Termine (35%) und mehr Zeit für persönliche Gespräche (32%).
Bei den generellen „Anforderungen der Patienten an die Ärzte" standen im gleichen Report die „fachliche Kompetenz" (78%) und der „neueste medizinische Stand" (76%) an der Spitze, dicht gefolgt von den eher weichen Bedürfnissen, wie „Zeit für den Patienten" (74%), „Zeit für Erklärungen" (73%), „Offenheit" und „Ehrlichkeit" (66%). Privatpatienten legten dabei insgesamt mehr Wert auf Modernität und gute Organisation in der Praxis.
In eine Befragung der Brendan-Schmittmann-Stiftung (NAV-Virchowbund) zum Arzt-Patienten-Verhältnis (2006) gingen 1622 Fragebogen ein, die in Einzelpraxen, Gemeinschaftspraxen oder Ärztehäusern von Patienten ausgefüllt wurden. Die Praxisräumlichkeiten und das Praxisteam wurden darin durchschnittlich mit „gut“ (Note 1,97 bzw.1,70 in einer Skala von 1 bis 6) bewertet. Dem Arzt bescheinigten die Patienten darin eine „sehr gute“ fachliche Kompetenz (1,4) und einen „sehr guten“ Umgang mit den Patienten (1,48). Die Zufriedenheit mit der Arbeit des Arztes lag ebenfalls bei 1,48. Aufmerksamkeit und Verständnis gegenüber dem Patienten wurden mit 1,51 bzw. 1,53 bewertet.