Neben einer genauen Untersuchung der asthmatischen Lunge durch das Spirometer (Volumen-Zeit-Diagramm), durch regelmäßige Peak-Flow-Messungen ((Link zum Beitrag „Asthma“, Link „Patienten-Schulung“)) und durch Provokationstests auf spezielle allergische und nicht-allergische Auslöser hin, ist unter dem Aspekt der sportlichen Belastung vor allem der Laufbandtest von Interesse. Besonders Patienten, die über Kurzatmigkeit, Atemnot, Engegefühl in der Brust, Giemen, Husten und Brustschmerzen während oder nach einer körperlichen Belastung klagen, sind auf Anstrengungsasthma hin zu untersuchen.
Die wichtigsten Differentialdiagnosen, zumindest im Kindes- und Jugendalter, sind relativ zur Asthmahäufigkeit selten und zeigen meisten noch andere typische Symptome. Zu nennen sind hier die Mukoviszidose, das Emphysem, die chronische Bronchitis, Bronchiektasien, die Alveolitis, Lungenfibrosen und auch Herzkrankheiten.
Der Laufbandtest
Die Laufbandergometrie entspricht einem Provokationstest. Die körperliche Belastung ist der Auslöser des akuten Asthmaanfalls. Zahlreiche internationale Studien haben dazu geführt, dass hierfür Standards definiert wurden, die eine sichere Testanordnung und hohe Aussagekraft erlauben. Die Test mit dem Laufband und die zuvor und hinterher durchgeführten Lungenfunktionskontrollen sind dabei der Maßstab.
Fahrradergometrie ist wegen der zu geringen Belastung als Test nicht geeignet. Deshalb sollte die Belastung auf dem Laufband auch nicht als Stufenprogramm, sondern unbedingt als Einstufentest durchgeführt werden. Die Belastungsintensität liegt dabei mindestens im submaximalen Bereich, mit einer Herzfrequenz, die entsprechend bei 80-90 Prozent der maximalen aeroben Leistungsfähigkeit liegt und in den ersten zwei Minuten erreicht und dann gehalten wird.
Dazu ist eine möglichst genaue Einschätzung des Trainingszustandes des Patienten hilfreich. Anhaltspunkte geben Belastungsintensitäten seines Alltags, Ruheherzfrequenz und sportliche Aktivitäten. Optimal ist natürlich eine aktuelle Leistungsdiagnostik, wie sie aber gewöhnlich nur bei Leistungssportlern vorliegt. Die Faustformel für die maximale Herzfrequenz Hfmax ist 220 minus Lebensalter.
Bei durchschnittlich trainierten Personen wird eine Laufbandneigung von 5 Prozent bei einer Bandgeschwindigkeit zwischen 8 und 10 km/Std. empfohlen. Schlechter trainierte Personen laufen bei etwa 9 Prozent Neigung und geringerer Bandgeschwindigkeit (5-7 km/Std.). Höhere Belastungen (höhere Geschwindigkeiten) können für trainierte Jugendliche nötig sein. Zur Sicherheit, kann sich der Patient beim Laufen am Gerät festhalten. Ein Aufstützen ist jedoch nicht erlaubt. Die übliche Belastungsdauer beträgt 6 Minuten, bei gut trainierten Sportlern 8 bis 10 Minuten.
Vorher und nachher Lungenfunktion messen
Lungenfunktionsmessungen erfolgen vor der Belastung und 2, 5, 10, 15 und 20 Minuten nach Belastungsende. Zu jedem Messpunkt wird eine Flussvolumenkurve registriert, 5 und10 Minuten nach Belastungsende auch eine bodyplethysmographische Messung durchgeführt. Hierfür sitzt der Patient in einer hermetisch verschlossenen Kammer und atmet in ein Mundstück. Das Gerät ermittelt aus Atemstromstärke und der Druckschwankung durch die Brustkastenbewegung exakt die Weite der Bronchien. Um Verfälschungen der Messergebnisse zu vermeiden, ist unbedingt ein beheizbarer Pneumotachograph erforderlich. Vor jeder Lungenfunktionsmessung wird das Atemgeräusch auskultiert und dokumentiert. Bei vermutetem schweren Anstrengungsasthma ist zusätzlich die kontinuierliche pulsoxymetrische Sauerstoffsättigungsmessung und -aufzeichnung empfehlenswert.
Fällt die Untersuchung positiv aus, das heißt entwickelt der Patient ein Anstrengungsasthma, muss eine Bronchospasmolyse mit einem inhalativen kurzwirksamen Betamimetikum erfolgen.
Bei starker Erschöpfung sowie bei subjektiver Atemnot des Patienten oder anderen objektiven Symptomen wie Giemen oder Husten, bei auffälliger Tachykardie oder Bradykardie ist der Test vorzeitig abzubrechen.
Auswertung