Auch wenn das Schwimmen durchaus zu recht als eine Sportart mit vergleichsweise geringen Verletzungsrisiken gilt: Wenn permanent mit falscher Technik geschwommen wird, werden Sehnen, Bänder und Gelenke unverhältnismäßig hohen Belastungen ausgesetzt. Gleichzeitig ist Schwimmen mit fehlerhafter oder ungünstiger Technik kraftraubend und ineffizient – der aufgewendeten Energie steht kein angemessener Vortrieb gegenüber. Dies ist der Motivation nicht gerade förderlich und bedingt auf jeden Fall einen Umlernprozess, wenn der Hobbyschwimmer sich zum Beispiel im Rahmen eines Vereins auch bei Wettbewerben betätigen will.
Gute Einführungen in die richtige Schwimmtechnik finden sich in der Literatur, wobei allerdings die Umsetzung ohne den prüfenden Blick eines Sportlehrers oder Trainers etwas schwierig sein kann. Hierfür eignen sich Kurse zur Verbesserung der Schwimmtechnik, wie sie teilweise die Volkshochschulen oder Vereine anbieten. Solche Kurse werden jedoch nicht überall ohne Vereinsmitgliedschaft angeboten, da sich öffentliche Kurse zu einem großen Teil an spezielle Zielgruppen wie Nichtschwimmer oder Eltern mit Kleinkindern richten.
Die Schwimmdisziplinen
Die klassischen Schwimmstile sind Brustschwimmen, Rücken- und Schmetterlingschwimmen sowie Freistil (einschließlich Kraulen). Hinzu kommen als Wettbewerbsdisziplinen das Lagen- und das Staffelschwimmen. Beim Lagenschwimmen wechselt der Sportler nacheinander zwischen den Schwimmstilen Schmetterling-, Rücken-, Brust- und Freistilschwimmen. Im Staffelsport werden ebenfalls die Schwimmstile abwechselnd ausgeführt, wobei jedoch eine Mannschaft antritt, von der jeweils ein Schwimmer eine Stilart schwimmt.
Spezielle Sportarten sind im Wasser insbesondere Kunst- und Turmspringen, Wasserball und das Synchronschwimmen, bei dem auch der künstlerische Ausdruck bewertet wird. Für Freizeitschwimmer sind diese Disziplinen aber in der Regel nicht interessant.
Klassisch: Brustschwimmen
Das Brustschwimmen ist der am häufigsten praktizierte Schwimmstil. Er wird auch im Schwimmunterricht typischerweise als erstes gelehrt.
Bei diesem Schwimmstil begehen Freizeitschwimmer aber auch die meisten Fehler. Besonders häufig ist zu beobachten, dass Schwimmer den Kopf beim Brustschwimmen ständig oberhalb der Wasserkante halten. Für ein paar „gemütliche Runden“ im Wasser oder für ältere und/oder schwächere Freizeitschwimmer ist diese Haltung durchaus praktikabel. Jedoch ist diese Schwimmhaltung besonders ineffizient, da der Körper eine schräg angestellte Haltung einnimmt und dadurch einen hohen Frontalwiderstand im Wasser verursacht. Da sich in dieser Haltung keine höhere Schwimmgeschwindigkeit erzielen lässt, fällt auch der in korrekter, eher horizontaler Schwimmhaltung erzielbare dynamische Auftrieb nahezu weg oder ist nur für kurze Zeit unter unverhältnismäßig hohem Kraftaufwand erreichbar. Das Ergebnis: Ein wirkliches Training mit dem Ziel wesentlicher Verbesserung von Ausdauer und Kraft ist in dieser Haltung nicht durchführbar.
Beim korrekten Brustschwimmen bleibt der Körper während der gesamten Gleitphase nahezu flach im Wasser. Nur zu Beginn der Zugphase taucht der Kopf kurz zum Luftholen auf.
Während nicht ausgebildete Schwimmer oftmals Arm- und Beinzug gleichzeitig ausführen, sollten diese Bewegungen besser abwechselnd und koordiniert erfolgen: Wenn die Arme nach vorne gestreckt sind, werden die Beine angezogen, und wenn die Beine gestreckt sind, zieht man die Arme an.
Weniger geeignet ist das Brustschwimmen, wenn Probleme im Nacken- oder Kniebereich vorliegen.
Einfach: Rückenschwimmen
Die Technik des Rückenschwimmens ist wesentlich einfacher als die des Brustschwimmens, da die Bewegung weniger komplex ist im Vergleich zum weiter verbreiteten Brustschwimmen. Zudem wird die Wirbelsäule entlastet und die Rückenmuskulatur trainiert, so dass sich dieser Stil besonders für Personen mit Rückenleiden eignet. Besonders einfach ist das Rückenschwimmen mit „Gleichzug“, bei dem also beide Arme die Zugbewegung gleichzeitig ausführen. Dieser Schwimmstil ist für ältere oder unerfahrene Schwimmer recht leicht zu erlernen.
Etwas sportlicher eingestellte Schwimmer werden freilich die korrekte Schwimmtechnik anwenden, bei der der Armschwung um 180 Grad versetzt erfolgt: Während ein Arm hinter dem Kopf eintaucht, wird der andere gerade zum Schwung angehoben. Gleichzeitig werden die Beine mit kurzen Bewegungen auf- und abgeschlagen. Die Beinarbeit übt beim Rückenschwimmen sowohl eine antreibende als auch eine stabilisierende Funktion aus.
Das Hauptproblem dieses Stils ist offensichtlich die ungenügende Orientierungsmöglichkeit in Bewegungsrichtung, durch die es gerade in gut besuchten Schwimmbädern leicht zu Kollisionen kommen kann.
Anstrengend: Schmetterlingschwimmen
Nur für sportlich engagierte Schwimmer bietet sich das Schmetterlingschwimmen an, da es einen relativ hohen Kraftaufwand erfordert. Diese auch als Delphinschwimmen bekannte Technik wurde in den 30er-Jahren von Brustschwimmern entwickelt, die herausgefunden hatten, dass sie mit dieser Technik bei Wettbewerben bessere Zeiten erzielen konnten. Im Jahr 1953 trennte schließlich der Weltschwimmverband „Fina“ diese Schwimmstile durch genauere Regelwerke.
Während beim typischen Brustschwimmen die Arme stets untergetaucht bleiben, wirft der Schmetterlingschwimmer beide Arme oberhalb des Wassers nach vorne, wobei auch die Schultern in der Schwungphase aufgetaucht sind. Gleichzeitig unterstützen die Beinschläge sowohl den Vortrieb als auch das Anheben des Kopfes für die Atmung. Das Schmetterlingschwimmen ist nach dem Kraulschwimmen die zweitschnellste Schwimmart, gemessen an den Ergebnissen von Wettbewerben.
Schnell: Kraulschwimmen
Das Kraulen ist einer der beliebtesten Schwimmstile, da er im Vergleich zu anderen Stilen die höchsten Geschwindigkeiten ermöglicht und relativ leicht zu erlernen ist. Gerade Anfänger halten dabei häufig ständig den Kopf über Wasser, was eine erhöhte Belastung der Halswirbelsäule und der Nackenmuskulatur bewirkt. Zudem bewirkt diese Haltung ähnlich wie beim Brustschwimmen mit erhobenem Kopf einen hohen Frontalwiderstand gegenüber dem Wasser, was das zügige Fortkommen behindert.
Anzustreben ist eine weitgehend gestreckte Haltung, bei der der Körper horizontal durch das Wasser gleitet. Der Kopf befindet sich etwa auf Höhe des Wasserspiegels, während die gestreckten Arme abwechselnd möglichst weit vor dem Kopf ins Wasser eintauchen und kraftvoll nach hinten bis auf die Höhe der Oberschenkel gezogen werden. Die Beine werden wechselseitig auf und ab bewegt, wobei die Beinarbeit für Freizeitschwimmer mehr der Stabilisierung des Körpers und weniger dem Vortrieb dient.
Etwas schwierig gestaltet sich für Anfänger oft die Atmung. Dies gilt sowohl für das Finden eines Atemrhythmus als auch dafür, sich an die seitliche Atmung zu gewöhnen. Allgemein üblich ist, nach jedem zweiten bis vierten Armzug einzuatmen, wobei die Ausatmung schon unter Wasser erfolgen sollte. Generell wird bei kurzen Strecken weniger oft eingeatmet als bei langen, das heißt bei Sprintstrecken praktiziert man den so genannte „Viererzug“ (Einatmung nach jedem vierten Armzug) und bei langen Strecken den Zweierzug. Wenn dabei der rechte (oder linke) Arm nach vorne geführt wird, atmet der Schwimmer auf der jeweiligen Seite mit dem Mund knapp über der Wasseroberfläche ein. Hierbei wird nur der Kopf gedreht – der Rumpf sollte auch bei der Atmung annähernd flach im Wasser bleiben. Für Freizeitschwimmer ist der Dreierzug der beste Kompromiss, also das Einatmen nach jedem dritten Armzug und damit abwechselnd auf der rechten und linken Seite.