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Internationale Lehrgänge für Alpinmedizin
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In Österreich werden, so Prof. Voelckel, sehr gute international anerkannte Lehrgänge für Alpinmedizin angeboten. Sie finden seit 1992 statt und gelten mittlerweile als die weltweit größte Alpinärzteausbildung. Die vom Weltbergsportverband UIAA, der Internationalen Kommission für Alpines Rettungswesen ICAR und der International Society for Mountain Medicine ISMM offiziell approbierten Lehrgänge werden von der Österreichischen Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin in Kooperation mit den Universitäten Innsbruck und Salzburg (Institute für Sportwissenschaften), der Österreichischen Ärztekammer, dem Verband Österreichischer Sportärzte, dem Deutschen Sportärztebund und dem Österreichischen Bergrettungsdienst veranstaltet. Diese Lehrgänge sind für das österreichische und deutsche Sportarztdiplom, in Österreich teilweise als Notarzt-Fortbildung sowie auch als Modulfortbildung der Österreichischen Ärztekammer anrechenbar.

Was bieten diese Lehrgänge?
Die Lehrgänge sind als weltweit anerkanntes, postpromotionelles Aus- und Fortbildungsprogramm für alle Ärztinnen und Ärzte gedacht, für die Bergsteigen ein Hobby ist und die fachlich an der Alpinsportmedizin, an der Bergrettungsmedizin, an der alpinen Hubschrauberrettung oder an der Trekking- und Expeditionsmedizin interessiert sind. Die Kurse finden im Rahmen eines dreiwöchigen Ausbildungsturnusses in Form eines Basislehrgangs, eines Winterlehrgangs und eines Sommerlehrgang statt. Ferner werden Speziallehrgänge für Expeditionsmedizin und Refresherkurse angeboten.

Die Standardlehrgänge können mit einer international anerkannten Diplomprüfung abgeschlossen werden. Alle Veranstaltungen bestehen aus folgenden Ausbildungselementen:
  • Alpin- und höhenmedizinische Fachseminare 
  • Alpinmedizinische Praxisübungen 
  • Aus- und Weiterbildung im hochalpinen Bergsteigen.      
Die Ausbildungsveranstaltungen verflechten alle bergmedizinischen Themenbereiche möglichst intensiv mit der Praxis des Winter- und Sommerbergsteigens. Die Ausbildung beginnt man üblicherweise mit dem Basislehrgang, der für jede alpinistische Könnensstufe offen ist, also auch für alpinistische Anfänger mit guter Kondition. Es ist aber auch ein Einstieg über den Winterlehrgang möglich.

Bedingung für die Teilnahme an allen Lehrgängen ist die Mitgliedschaft entweder bei der Österreichischen Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin oder bei der Deutschen Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin. Die Kursgebühren liegen zurzeit zwischen 430 und 1.000 Euro. Termine, Veranstaltungsorte und genaue Kursbeschreibungen sind auf der Homepage unter www.alpinmedizin.org/lehrgaenge zu erfahren sowie im Sekretariat der Internationalen Alpinärzteausbildung bei Prof. Dr. Franz Berghold, Salzburgerplatz 130, 5710 Kaprun (Österreich), Telefon: 0043-6547-8227, E-Mail: bergi@sbg.at. Hier wird auch die Anmeldung entgegengenommen.

Ausbildungsmöglichkeit in Deutschland
Höhenmedizinkurse werden auch in Deutschland angeboten, von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin (DGSP) in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg. Dabei handelt es sich um Fortbildungskurse für Ärzte, die zur Erlangung des Zusatztitels „Sportmedizin“ angerechnet werden können. Das Ziel der Heidelberger höhenmedizinischen Intensivkurse ist es, Grundlagen in Physiologie, Pathophysiologie und klinischen Aspekten (Training, Prävention und Therapie) der Berg- und Höhenmedizin zu vermitteln. In zwei Kursen werden dazu die wichtigsten Disziplinen des Bergsportes berücksichtigt:
  • Bergwandern/Trekking 
  • Skitouren 
  • Hochtouren in Fels und Eis 
  • Alpines Klettern 
  • Sportklettern.      
Im Sommerkurs erfahren die Teilnehmer praxisnah relevante Kenntnisse zu medizinischen Aspekten, Training und Leistungsfähigkeit für die Bereiche Sportklettern und Sommertouren in Fels und Eis. Im Winterkurs werden Höhenakklimatisation, Höhenkrankheiten und Höhentauglichkeit von Patienten sowie die Lawinenkunde behandelt. Die höhenmedizinischen Intensivkurse vermitteln praktische und theoretische Grundlagen der Berg- und Höhenmedizin. Sie sind aber nicht in der Lage, die Teilnehmer zu qualifizierten Expeditions- oder Bergrettungsärzten/innen auszubilden. Dazu sind nebst gutem alpinistischen Können und Erfahrung weiterführende Spezialkurse notwendig, wie sie zum Beispiel durch die Bergwacht (Bergrettung) oder durch die Deutsche Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin (Expeditionsarzt) angeboten werden.

Das Curriculum beider Kurse zusammen entspricht den Anforderungen, die von der International Society for Mountain Medicine (ISMM) sowie von der Union Internationale des Associations d’Alpinisme (UIAA) und von der Internationalen Kommission für Alpine Rettung (ICAR) zur Ausbildung in Höhenmedizin gestellt werden. Nach Absolvierung beider Kurse kann deshalb ein internationales Diplom, das von diesen Organisationen anerkannt wird, ausgestellt werden, sofern die fakultativen Prüfungen am Ende des jeweiligen Kurses bestanden wurden. Ferner werden für deutsche Ärztinnen und Ärzte pro Kurs 20 Stunden Sportmedizin und 24 Stunden Leibesübungen anerkannt zur Erlangung des Zusatztitels Sportmedizin.

Informationen zu Kosten sowie Anmeldung:
Ingrid Slater
Medizinische Klinik und Poliklinik
Abt. Innere Medizin VII: Sportmedizin
Hospitalstr. 3
Geb. 4100
69115 Heidelberg
Telefon: 06221-56 8102 (von 8:00-12:00 Uhr)
Fax: 06221 / 56 5972
E-Mail: ingrid_slater@med.uni-heidelberg.de


Updated: 08. November 2004

Alpine Unfallstatistik
Autorin
„Bei minus 30 Grad wird der Tubus innerhalb von Sekunden hart wie Glas“
Der Alpine Notfall
Die Standards der ICAR Medcom für die Alpine Notfallmedizin
Internationale Lehrgänge für Alpinmedizin
Literatur


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