Ein derart lieblos gestaltetes Wartezimmer sollte der Vergangenheit angehören. Dabei spricht nichts dagegen, dass die Individualität des Arztes zum Ausdruck kommt. So kann durchaus auch ein Hobby Grundlage für eine thematische Gestaltung des Warteraums sein (beispielsweise Fotografien).
Bequeme Sitzgelegenheiten, eventuell auch gruppiert um einzelne kleine Tische, schaffen die Grundlage für eine kommunikative Atmosphäre. Bei der Auswahl für ausliegende Lektüre sollte selektiv vorgegangen werden. Die Wartezeit kann für ansprechende gesundheitliche Aufklärung genutzt werden: Geeignete Magazine, Broschüren, unter Umständen auch eine eigene Praxiszeitung, in der auf Schwerpunkte der Praxis hingewiesen wird, sind eine bessere Alternative zu den Produkten der Regenbogenpresse.
So kann auch ein Anreiz für Gespräche unter Patienten, etwa über Gesundheitsvorsorge oder Erfahrungen mit Fitness-Training, geschaffen werden. Dankbar machen Patienten auch von einem Angebot an Getränken, Mineralwasser, Tee oder Kaffee Gebrauch. Die unvermeidliche Wartezeit wird so auf angenehme Weise überbrückt.
Der persönliche Stil des Arztes sollte auch in der Gestaltung des Sprechzimmers zum Ausdruck kommen, in der Wahl von Farben und Formen des Mobiliars. Dabei sollte man nicht jedem gerade kursierenden Trend nachlaufen. Patienten nehmen den Arzt nicht nur als „medizinischen Techniker“, sondern auch als Mitmenschen wahr, der Familie mit Kindern besitzt und deren Foto auf seinem Schreibtisch stehen hat. Das schafft zusätzlich Vertrauen und überbrückt möglicherweise bestehende Barrieren für das Gespräch zwischen Arzt und Patient.
Auch die Gestaltung der Funktions- und Untersuchungsräume sollte ärztliche Kompetenz und Patientenorientierung einer Praxis unterstreichen. Vorrang hat in jedem Falle die Hygiene. Durch die Auswahl der verwendeten Materialien (z.B. Waschbecken in Edelstahl, klare Kunststoffoberflächen) kann ein hoher Stellenwert der Hygiene deutlich gemacht werden. Untersuchungsräume sollten funktionell und übersichtlich gestaltet sein. Kein Gewirr von Kabeln, keine Stapel von Verbands- und sonstigen Materialien!
Die Intimsphäre der Patienten sollte auch in den Funktionsräumen stets geschützt sein. Vermieden werden sollten allzu enge Umkleidekämmerchen, die beklemmende Gefühle auslösen können. Nicht immer sind sterile weiße oder gekachelte Wände in Funktionsräumen erforderlich. Der Patient, der auf eine Liege ruht und auf den Arzt wartet, erfährt eine gewisse Entspannung durch den Einsatz von Farben und Bildern in einem Funktionsraum. Letztlich kann die Gestaltung der Praxisräume einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Therapieerfolg und auf den gesamten Praxiserfolg haben.
Eine zweckmäßige Anordnung der Sprech- und Funktionszimmer sollte unter dem Gesichtspunkt der möglichst kurzen Wege erfolgen. Bei der Raumplanung sollte das von vornherein berücksichtigt werden.