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Deutsche Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V. - Deutsche Hypertonie Gesellschaft: Deutsche Hochdruckliga
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25. März 2002
In einer der Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF ist die Arterielle Hypertonie klar definiert. Danach gilt ein Patient als Hypertoniker, dessen Blutdruck bei wiederholter Messung in Ruhe (mindestens an drei Tagen) 140 mm Hg systolisch und/oder 90 mm Hg diastolisch und höher liegt. In der ambulanten 24-Stunden-Messung dürfen die Tagesdurchschnittswerte entsprechend nicht mehr als 135/85 mmH betragen.

Aber nicht nur eine exakte Definition ist Bestandteil der umfangreichen Leitlinie, die von der Deutschen Hypertonie Gesellschaft / Deutsche Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks (kurz: Deutsche Hochdruckliga) erarbeitet wurde und als Empfehlung für ärztliches Handeln gilt. Aufgelistet werden dort auch die Ursachen des Bluthochdrucks, mögliche diagnostische Maßnahmen, die Schweregradeinteilung und deren prognostische Bedeutung sowie die Ziele therapeutischer Maßnahmen. Im Vordergrund jeglicher therapeutischer Bemühungen, so die Empfehlung des federführenden Arbeitskreises "Qualitätssicherung", sollte dabei die Verbesserung der Prognose, d.h. die Vermeidung und gegebenenfalls Rückbildung von Endorganschäden an Nieren und anderen Organen und damit die Senkung der kardio-/zerebrovaskulären Morbidität und Mortalität stehen.

Die Hochdruckliga mit Sitz in Heidelberg wurde 1974 gegründet und verfolgt mit Nachdruck das Ziel der Bekämpfung der Hypertonie in der Bundesrepublik Deutschland. Etwa 15 Millionen Menschen leiden hierzulande an einem zu hohen Blutdruck. Trotz umfassender Aufklärung der Bevölkerung und wirksamer Therapeutika bleibt die Hypertonieprävalenz in der Bevölkerung weitgehend unverändert. Epidemiologische Studien haben dabei den Nachweis ergeben, dass eine enge Beziehung zwischen dem Grad der Erhöhung des Blutdrucks und dem Auftreten von Folgeerkrankungen besteht. Eine Meta-Analyse aller in den vergangenen dreißig Jahren durchgeführten prospektiven Beobachtungsstudien zu diesem Thema hat gezeigt, dass Unterschiede im durchschnittlichen diastolischen Blutdruck von etwa 30 mm Hg mit einem etwa fünffach erhöhten Risiko für das Auftreten einer koronaren Herzkrankheit verbunden sind.

Mit unterschiedlichen Ansätzen verfolgt die Deutsche Hochdruckliga das Ziel, das weitverbreitete Gesundheitsproblem wirksam angehen zu können. So fördert der prominent besetzte Vorstand (Schirmherrin ist Dr. med. Marianne Koch) Forschung und Wissenschaft im Bereich der Hypertonie, führt wissenschaftliche Tagungen durch, pflegt den Austausch mit Forschungsgesellschaften im In- und Ausland, initiiert Fortbildungsmaßnahmen für Ärzte und Arzt-Patientenseminare. Daneben werden Trainer-Seminare zur Hypertonie-Patientenschulung durchgeführt. Zahlreiche Merkblätter mit Empfehlungen (z. B. "Hochdruck und Herz"; "Empfehlungen zur Hochdruckbehandlung") tragen dazu bei, die Ärzteschaft über den aktuellen Forschungsstand zu informieren. Ansprechpartner ist hier die Zentrale Geschäftsstelle der Hochdruckliga in Heidelberg.

Wichtiges Instrument zur Förderung der Forschung ist auch die Auswertung der Erfahrungen der einzelnen Ärzte mit Hypertonie-Patienten vor Ort. So beteiligten sich beispielsweise rund 3000 Ärzte am "Herzfrequenz-Check 1998", einer Datenerhebung zum Risikofaktor Herzfrequenz, die eine repräsentative Einschätzung der Situation im Hinblick auf die Herz-/Pulsfrequenz und ihrer Interaktionen zu Blutdruckeinstellung und Therapie in Deutschland ermöglichen soll. Daneben verleiht die Deutsche Hochdruckliga jährlich einzelne Förderpreise für besondere Verdienste auf dem Gebiet der Hochdruckforschung.

Die kompetente Planung und Durchführung der genannten Aktivitäten erfolgt in einzelnen Sektionen, Kommissionen und Arbeitsgruppen. Die Sektion "Arzneimittel" erstellt beispielsweise detaillierte Therapieempfehlungen. Die Sektion "Hochdruckdiagnostik" befasst sich mit allen diagnostischen Fragen, insbesondere den Verfahren zur Blutdruckmessung. Eine Sektion "Öffentliche Gesundheit" führt Programme zur Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren des Bluthochdrucks, Möglichkeiten seiner Vermeidung und der Behandlung durch. Die Sektion "Gesundheitsökonomie (NBP)" befasst sich mit Fortbildungsprogrammen für Ärzte einschließlich ökonomischer Aspekte. Die Sektion "Wissenschaft" schließlich führt wissenschaftliche Seminare durch mit dem Ziel der Umsetzung von Ergebnissen der Forschung in die tägliche Praxis behandelnder Ärzte.

Das Herz-Kreislauf-Telefon in Heidelberg ist ein wichtiges Instrument im Kontakt zur Bevölkerung. Dort beantworten geschulte Kräfte die Fragen der Anrufer und verweisen gegebenenfalls an eine örtliche Selbsthilfegruppe, die ein weiteres wichtiges Instrument in der unmittelbaren Hilfe Betroffener darstellt. Denn dort lernen Hypertoniker beispielsweise, den Blutdruck selbst korrekt zu messen, sich geeignet zu ernähren, finden zu gemeinsamen Sportaktivitäten zusammen und können mit anderen Patienten ihre gesundheitlichen Erfahrungen austauschen. Hierfür werden auch immer wieder Ärzte gesucht, die Vortragsveranstaltungen über den Bluthochdruck oder angrenzende Wissensgebiete halten. Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe für die Patienten ist kostenlos. Eine Mitgliedschaft in der Hochdruckliga wird jedoch begrüßt. Die Mitglieder der Deutschen Hochdruckliga (Jahresbeitrag für Laien 30 Mark, für Ärzte 50 Mark) erhalten im Gegenzug die Patientenzeitschrift "Druckpunkt" und weitere Informationen aktuell zugesandt.

In der gesundheitspolitischen Diskussion weist die Deutsche Hochdruckliga immer wieder auf die Bedeutung der primären Prävention der arteriellen Hypertonie hin. Diese ist multifaktorell und schließt eine gesunde Ernährung ebenso ein wie ausreichende körperliche Bewegung, Abbau von Stress und Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum. "Erfolgreiche Hypertonieprävention", betont Geschäftsführer Dr. rer. nat. P. Kaune (siehe Vorstand), "ist zugleich immer auch allgemeine Gesundheitsförderung." 



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