Wer vom Blitz getroffen wird, erleidet mit 3- bis 200- Millionen Volt elektrischen Spannungsausgleich zwischen Himmel und Erde den wohl stärksten Hochspannungsunfall. Die Einwirkungszeit beträgt allerdings nur Mikro- oder Millisekunden und es kommt zu erstaunlich wenig Gewebszerstörung und Flüssigkeitsverlust. Dafür muss mit der Entstehung eines Hirnödems gerechnet werden. Im Gegensatz zum normalen Hochspannungsunfall ist hier also eher Flüssigkeitsrestriktion indiziert.
Wer direkt getroffen wird, stirbt in der Regel an Herzstillstand. Doch auch ein Einschlag in unmittelbarer Nähe ist sehr gefährlich. Am Boden entsteht rund um den Einschlagsort ein „Spannungstrichter“, wie bei herabgestürzten Hochspannungsleitungen mit Bodenkontakt. Die Oberflächenspannung am Boden leitet bei jeder Person im Bereich des Trichters den Strom über die „Schrittspannung“ in den Körper und löst damit Verletzungen aus. Verletzungen über Spannungstrichter sind die häufigsten Blitzunfälle und werden zu rund 70 Prozent überlebt. Die Inzidenz von Blitzunfällen liegt insgesamt bei eins zu einer Million.
Bei drei Viertel der Blitzschlagopfer liegen Bewusstseinsstörungen vor, von kurzer Bewusstlosigkeit bis zum Koma. Des Weiteren sind Krampfanfälle und Gehirnblutungen möglich. Etwa ein Viertel leidet unter Hemiparesen oder Hemiplegien, die sich z.T. nicht zurückbilden. Das Herz reagiert häufiger mit Asystolie als mit Kammerflimmern, wobei die Herzaktion nach Reanimation, aber auch spontan wieder einsetzen kann. Da ein Atemstillstand sehr lange anhalten kann, kann auch er sekundär durch Hypoxie zum Herzstillstand führen. Des Weiteren sind Verbrennungen, Verletzungen innerer Organe und Hämorrhagien bei Blitzschlagopfern häufig. Bei Verletzungen über Schrittspannung zeigt die Haut farnkrautartig verzweigte „Lichtenberg-Blitzfiguren".