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 | Schweregrade und Therapie | |
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| Medikation als Stufenplan |
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Bei einem akuten Asthmaanfall mit Atemnot, Giemen und Pfeifen über den Lungen ist die Diagnose leicht zu stellen. Schwieriger ist es, ein Asthma bronchiale im Frühstadium, besonders bei Kindern, zu diagnostizieren. Die Symptome können wenig ausgeprägt sein. Anhaltender trockener Husten kann ein erster Hinweis sein. Bei Verdacht auf Asthma müssen persönliche Anamnese und Familienanamnese exakt erhoben werden. Asthma tritt oft familiär gehäuft auf, und Milchschorf beim Baby, Neurodermitis und Heuschnupfen sind allergische Erkrankungen, die im Verlauf des Lebens durch einen so genannten „Etagenwechsel“ in Asthma bronchiale übergehen können. Der nächste Schritt ist die körperliche Untersuchung. Die Lunge muss genau abgehorcht werden. Typisch ist das trockene expiratorische Giemen, Pfeifen und Brummen, das in beschwerdefreien Intervallen und bei sehr schwerem Asthma allerdings fehlen kann.
Die Lungenfunktionsprüfung beurteilt die Vitalkapazität und die so genannte Einsekundenkapazität der Lunge. Beides gibt Auskunft über das Ausmaß der Bronchialverengung und mögliche chronische Folgeschäden. Prüft man die Einsekundenkapazität nach Inhalation verdächtiger Allergene (Provokationstest) sind allergische Reaktionen nachweisbar, ebenso die Reagibilität auf Medikamente wie Beta-Sympathomimetika. Zum Nachweis von Belastungsasthma werden Lungenfunktionstests vor, unter und nach körperlicher Anstrengung durchgeführt.
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| Früher gab es nur Kaffee |
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Bis zum zweiten Weltkrieg gab es kaum wirksame Asthmamedikamente. Die Patienten versuchten sich mit großen Mengen Bohnenkaffe (Koffein) über die Krisenintervalle zu retten. In den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts wurde dann das bronchialerweiternde Theophyllin (ein Koffeinabkömmling) für Asthmatiker entdeckt. Die Wirkung ist weniger stark als bei den etwa 10 Jahre später eingeführten Beta-Sympathomimetika, dafür hat es einige Vorteile: Es stimuliert das Atemzentrum, senkt den erhöhten Druck in der Lungenschlagader, verbessert die Kraft der Atemmuskulatur und wirkt zudem, wenn auch sehr schwach, antientzündlich. Theophyllin wird zur längerfristigen Behandlung von schwererem Asthma als Retard-Tablett verabreicht. Für den akuten Asthmaanfall eignen sich solche Tabletten wegen der verzögerten und zu schwachen Wirkung nicht. Das muss dem Patienten vermittelt werden. Hierfür sind nur schnell wirksame Theophyllin-Tropfen bzw. die i.v.-Gabe von Theophyllin geeignet. Als Aerosol kann die Droge nicht hergestellt werden.
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| Moderne Basis- und Akuttherapie |
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Die eigentliche Therapie des Asthmas besteht heute aus einer Dauertherapie und einer Akuttherapie. Die Dauertherapie soll die asthmatische Entzündungsreaktion unterdrücken, um eine Kontrolle der Symptome und einen günstigen Krankheitsverlauf zu erreichen. Sie umfasst entsprechend antiinflammatorische Substanzen, so genannte Controller, wie Kortikoide, Cromoglicinsäure (DNCG), Nedocromil oder Anti-Leukotriene. DNCG und die Antileukotriene haben sich vor allem beim allergischen Asthma und beim Anstrengungsasthma bewährt. Zur Basistherapie gehören aber auch bronchialerweiternde Substanzen, die regelmäßig eingenommen werden, wie langwirkende Beta-Sympathomimetika oder Theophyllin als orale Form. Die Wirkstoffe werden entsprechend einer Bedarfsmedikation als Stufenplan verabreicht. Nach der Empfehlung der Deutschen Atemwegsliga wird Asthma dafür in vier Schweregrade eingeteilt. Die folgenden Angaben beziehen sich auf Asthma bei Erwachsenen.
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| Stufe I - Intermittierendes Asthma. |
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Selten Anfälle mit akuter Luftnot. Minimale Beeinträchtigung der Lebensqualität. Inhalation von Beta-Sympathomimetika bei Bedarf.
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| Stufe II - Persistierendes leichtes Asthma. |
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Sechs oder mehr Anfälle pro Jahr. Lungenfunktion nur beim Anfall eingeschränkt. Niedrig dosierte Kortikoide zum Inhalieren (Alternativ DNCG, Nedocromil).
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| Stufe III - Persistierendes mittelschweres Asthma. |
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Anfälle einmal pro Woche und häufiger mit meistens durchweg eingeschränkter Lungenfunktion. Mittlere Dosis langwirksame Beta-Sympathomimetika, Theophyllin.
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| Stufe IV - Persistierendes schweres Asthma. |
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Atemnot mit permanenter Einschränkung der Lungenfunktion und der Lebensqualität. Behandlung wie Stufe III plus orale Kortikoide/inhalative Glukokortikoide.
Als Bedarfsmedikation für den Asthmaanfall oder prophylaktisch, zum Beispiel bei körperlicher Anstrengung, stehen als bronchialerweiternde Drogen schnell wirksame Beta-2-Sympathomimetika zur Verfügung, aber auch Theophyllin i.v. oder in Tropfenform sowie Anticholinergika zur Verfügung. Die Beta-2-Sympathomimetika haben dabei den schnellsten und zuverlässigsten Effekt, da sie über die Stimulation des Sympathikusnervs die Bronchialmuskulatur erschlaffen lassen. Die Dosierung ist genau zu kontrollieren. Bei mehrfacher Anwendung am Tag muss die Basistherapie angepasst werden.
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