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| Pharmakologie des MDMA – Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmung |
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Methylendioxyamphetaminderivate, allen voran das MDMA, begleiten viele "Technotänzer" und "Raver" auf nächtlichen "Raverparties". Bei 75 bis 150 mg MDMA setzt die Wirkung nach 20 bis 60 Minuten ein, erreicht nach einer Stunde ihren Höhepunkt und klingt dann in den folgenden zwei bis 12 Stunden wieder ab. Die psychotrope Substanz ruft sowohl die amphetamintypische Aktivierung als auch leicht halluzinogene Wirkungen hervor. Die daraus resultierenden Effekte schwanken individuell.
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| Dauererregung |
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Die Wirkung von MDMA beruht auf einer unkontrollierten Freisetzung von Neurotransmittern, allen voran des Seretonins, gefolgt von Dopamin und in geringem Maße Noradrenalin. Es bewirkt eine kompetetive Hemmung der "Carrier" und "Pumpsysteme", die in der Membran der serotonergen Nervenendigung Serotonin aus dem synaptischen Spalt wieder zurück ins Axoplasma bzw. in die Speichervesikel befördern, um die Funktionsfähigkeit der Nervenzelle, die Wiedererregbarkeit zu erhalten. Statt des Serotonins gelangt MDMA ins Axoplasma und in die Vesikel, was letztlich durch Gradientenverschiebungen dazu führt, dass die Nervenzelle den überwiegenden Teil des Serotonins in den synaptischen Spalt pumpt und eine Dauerstimulation der postsynaptischen Membran erreicht. Die Folge: Dauererregung ohne Rezeptorkontrolle.
Kann die Neusynthese nicht ausreichend Serotonin in der Nervenzelle nachliefern, folgt eine Verarmung an Serotonin, wodurch die natürliche elektrische Erregung der Nerven ohne Folge bleibt (Tachyphylaxie). Die zusätzliche Stimulation (elektrische Erregung) der praesynaptischen Nerven beschleunigt diesen Prozess.
Während Amphetamine und andere Amphetaminderivate auch die Membrantransportsysteme für Katecholamine, für Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin hemmen, ist MDMA ein relativ selektiver Inhibitor der Serotonintransporter, mit nur geringem Einfluss auf Dopaminrezeptoren oder andere. Die Vesikeltransporter sind jedoch für alle Transmitter dieselben.
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| Erschöpfungszustände bis zum Zusammenbruch |
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Die größte Gefahr besteht in der Neurotoxizität. Aus Tierversuchen an Affen geht hervor, dass MDMA, MDEA und besonders MDA Axone serotonerger Nerven irreversibel schädigen. Die dazu erforderlichen Dosen liegen in den Experimenten nur unwesentlich höher als die von Jugendlichen konsumierten Tablettenmengen, die Ergebnisse sind aber nicht ohne Einschränkung auf den Menschen zu übertragen. Betroffen sind im Tierversuch vor allem die Hirnrinde und das Limbische System.
Die psychotrope Wirkung beruht auf einer Aktivierung des dopaminergen mesocorticolimbischen Systems, das für die gehobene Stimmungslage und das Glücksgefühl verantwortlich gemacht wird. Entsprechend der Freisetzung von Noradrenalin und Dopamin wird die Vigilanz gesteigert und anhaltende Wachheit erzeugt. Die gesteigerte Leistungsbereitschaft wiederum führt unter den nächtlichen Tanzmarathons in feucht-warmen Diskotheken zu Erschöpfungszuständen bis zum Zusammenbruch. Zerebrale Krampfanfälle treten unter erhöhter Dosierung auf. Wie nach allen indirekten Sympathomimetika können außerdem schwere hypertone Krisen auftreten und reflektorisch auch starke Blutdruckabfälle und Asystolien.
Das Überangebot an Serotonin beeinträchtigt außerdem die zentrale Thermoregulation, weshalb Hyperthermie die häufigste Komplikation unter Ecstasy-Einnahme ist. Rhabdomyolyse und intravasale Gerinnung werden als Folgen der Temperaturerhöhung gedeutet. Der Toxikologische Hintergrund von Leberschäden – die häufig lange unentdeckt bleiben – ist ungeklärt, die Muskelzersetzung scheint aber eine Rolle zu spielen.
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| Zwischen Euphorie und Halluzination |
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Hinsichtlich des Wirkspektrums steht Ecstasy zwischen den Amphetaminen und halluzinogenen Drogen wie dem Mescalin und dem LSD. Auf der einen Seite kommt es zur Steigerung von - Euphorie und Glücksgefühl
- Vigilanz
- Antrieb
- Reaktionsbereitschaft
- Kontaktfreudigkeit
- Redefluss
- Risikobereitschaft
- Kritiklosigkeit
- Gedankenflucht
- Bewegungsdrang
- Leistungssteigerung
- Schlaflosigkiet Appetitmangel
- Libido
- Enthemmung.
Auf der anderen Seite kommt es zu
- Illusionärer Verkennung
- Halluzinationen
- Zeitverlust
- "Bewusstseinserweiterung"
- Evidenzerlebnisse
- Agitiertheit
- Desorientierung
- Angstzustände
- Panikattacken
- Wahnideen
- Paranoide Episoden
- Flash-backs.
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| Updated: 18. Dezember 2003 |
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