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Von der Jolle zum Clipper: Boote und Schiffe jeder Größe
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16. Mai 2006

Die Vielfalt an Segelbooten wird gleich viel leichter durchschaubar, wenn man sie nach den wichtigsten Merkmalen unterscheidet. Hierbei wird auch schnell deutlich, welches Boot für welchen Zweck am geeignetsten ist.

Handliche, preisgünstige Jolle
Besonderer Beliebtheit unter Freizeitseglern erfreuen sich Jollen, nicht zuletzt, weil sie oft relativ preisgünstig zu erwerben sind. Jollen sind offene Boote mit einem aufholbaren Schwert, wodurch man sie leicht ans Ufer ziehen kann. Das Schwert ist ein nach unten herausragendes Blatt, das die Seitenlage der Jolle stabilisiert und die Abdrift vermindert. Es wird entweder von oben durch den Schwertkasten hineingesteckt oder ist drehbar gelagert und lässt sich nach hinten hochklappen.

Ein anderes gemeinsames Merkmal der Jollen ist ihre relative Instabilität. Bei starkem Wind können Jollen prinzipiell kentern, indem sie sich in Windrichtung zur Seite neigen ("krängen"). Die Segler wirken dem entgegen, indem sie sich auf der anderen, dem Wind zugewandten Seite ("Luv") aus dem Boot herauslehnen ("ausreiten") oder ins Trapez gehen und dadurch die Jolle stabilisieren. Segeln kann also durchaus sportlich-anstrengend sein. Ideale Segelreviere für Jollen sind Binnenseen und ruhige Küsten, etwa im Mittelmeer.

Zu den bekannten Jollentypen für Solosegler zählen zum Beispiel Optimist, Laser und Finn, für zwei Personen 470er, 49er und Flying Dutchman. Die Preise variieren sehr stark nach Größe, Materialien, Ausstattung und Alter. Einfache, ältere Boote sind gebraucht oft für unter 1.000 Euro zu erwerben, während hochwertige Jollen neu mit Anhänger durchaus über 10.000 Euro kosten können.

Jollenkreuzer: Jolle mit Kajüte
Jollenkreuzer haben mit der offenen Jolle das aufholbare Schwert gemeinsam, verfügen aber über eine Kajüte, die sich auch für Übernachtungen eignet. Ebenso wie offene Jollen sind sie allerdings nur für Binnengewässer und ruhige Küsten geeignet.

Kentersichere Kielboote 
Im Gegensatz zu Jolle verfügen Kielboote über einen starren Kiel. Neben der fixen Montage unterscheidet sich ein Kiel vom Schwert durch das hohe Gewicht, weil es viel Ballast enthält. Durch diesen Ballast wird das Boot weitgehend kentersicher: Auch aus starker Schräglage kann sich das Boot durch das hohe Gewicht des Kiels wieder selbst aufrichten. Diese Eigenschaft ist sehr wichtig auf dem Meer, wo das Boot starkem Seegang ausgesetzt sein kann. Kielboote sind damit erste Wahl, wenn raue Gewässer wie die Nordse befahren werden. Aber auch für Familienausflüge auf Seen schätzt man Kielboote durch ihr stabiles, weniger "kippeliges" Fahrverhalten. 

Ein großer praktischer Nachteil ist allerdings, dass Kielboote wegen des großen Tiefgangs nicht in flachen Gewässern fahren können und auf geeignete Anlegestellen angewiesen sind. Außerdem lassen sich Kielboote schwerer transportieren, weil der starre Kiel anders als ein Schwert auch für den Transport nicht eingezogen werden kann.

Multihull und Zweimaster
Ihre eigenen Fan-Gemeinde haben mehrrümpfige Boote, die über ein hohes Geschwindigkeitspotential verfügen. Es gibt sie in leichter Ausführung als sogenannte Strand-Kats (u.a. Hoby Cat., Topcat) oder wie etwa den Tornado als Olympiaklasse. Fürs Meer gibt es große Kats mit zwei oder drei Rümpfen entweder als ultimative Sportmaschinen oder zum bequemen Cruisen mit viel Platz für die Crew.

Die Frage, ob eine konventionelle Yacht mit zwei Masten eine Yawl oder ein Schoner ist,   bekommt spätestens dann Relevanz, wenn sie einem beim Segelschein als Prüfungsfrage vorgelegt wird. 


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