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 | Prävention und Rehabilitation | |
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Wiederholt enttäuschte Erwartungen werden als eine zentrale Entstehungsbedingung von beruflichem Burnout benannt. Umgekehrt ist unbestritten, dass eine zumindest phasenweise Erfüllung vorhandener Ideale sowie ein hohes Maß an erlebter eigener Kontrolle und sozialer Unterstützung am Arbeitsplatz das individuelle Wohlbefinden und die Arbeitszufriedenheit fördern. Zeitdruck und die Überziehung der Arbeitszeiten sowie Konflikte mit Vorgesetzten werden hingegen als besonders belastend empfunden. Ebenso zunehmende Reglementierungen und steigender Verwaltungsaufwand, letzterer besonders, weil er nicht als Teil der ärztlichen Aufgabe akzeptiert wird.
Zur Verminderung der Arbeitsbelastung wäre es daher wichtig, die Arbeitszeiten und den Zeitdruck zu senken, die Kontrolle über die eigene Arbeit zu vergrößern und die persönlichen Arbeitsziele, Arbeitsprioritäten und Arbeitsideale klar und realistisch zu formulieren. Stress- und Konfliktbewältigungsstrategien können hier ebenso hilfreich sein, wie Übungen zur Selbstreflexion oder eine aktive Karriereplanung für mehr Anerkennung. Bestehen allerdings bereits schwerwiegende Belastungssymptome so wird eine psychologische Abklärung der Ursachen empfohlen.
Eine ganze Reihe von Maßnahmen können ergriffen werden, um nicht vom Stress verzehrt und ausgebrannt zu werden. Das Spektrum möglicher Hilfsprogramme erstreckt sich dabei über Möglichkeiten der persönlichen Orientierung bis hin zu Systemchecks in komplexen Arbeitsorgansiation.
Hier sind einige Beispiele zusammengestellt:
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| Psychohygiene |
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Die tägliche oder zumindest immer wiederkehrende Reflexion des beruflichen und privaten Alltags kann Ärzten helfen, die Belastung zu mildern. Wichtige Überlegungen sind dabei:
- Ist die Gestaltung des Tages vernünftig?
- Wie sind meine Konsumgewohnheiten, meine Ernährungs- und Schlafgewohnheiten?
- Bewege ich mich genug, verbringe ich zu viel Zeit im Sitzen, mit Verwaltungsarbeit, im Auto, vor dem Fernseher?
- Achte ich auf ausreichend Freizeit?
- Distanz: Habe ich Raum für mich? Geschlossene Türen im Arbeitszimmer? Ein eigenes Zimmer im Haus? Zeit zwischen Patientengesprächen etc.?
- Sind mein Freundeskreis, meine Wohnung, mein Weg zur Arbeit oder meine Termingestaltung vernünftig?
- Schleppe ich unerledigte Geschäfte mit mir herum?
- Schlafe ich in angemessenen Erholungsräumen?
- Übe ich Tätigkeiten aus oder arbeite ich mit Patienten, die mich mit tiefer Abneigung erfüllen?
- Bei welchen Gelegenheiten greife ich zu kleinen und größeren Notlügen, zu Über- und Untertreibungen, Unwahrheiten?
- Welche Menschen kann ich zu meiner Entlastung in Anspruch nehmen?
- Welche Ressourcen habe ich selbst - Sport, Hobbys, künstlerisches Schaffen, Tagebuch, Meditation, Lektüre, Reisen, Natur usw.?
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| Gedanken-Stopp |
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Es ist notwendig, über berufliche Anforderungen nachzudenken und zu sprechen. Zu anderen Zeiten aber ist es richtig, damit aufzuhören. Viele sind nicht imstande, dem zu folgen. Ihre Gedanken kreisen grüblerisch und quälend um die gleichen Unwägbarkeiten, Möglichkeiten, Eventualitäten und Risiken. Sie spulen gedanklich zurückliegende Begegnungen und Gespräche wiederholt ab oder suchen nach Schlupflöchern oder Lösungen, wo es keine gibt. Die Gedanken kommen nicht zur Ruhe. In solchen Fällen ist der Gedanken-Stopp ein Gebot der Vernunft. Ablenkung und Psychohygiene können hier helfen. Wer sich im Abschalten und Loslassen schwer tut, kann ein Tagesresumée ziehen, indem er oder sie alles in Stichpunkten notiert, was an dem Tag passiert ist und wichtig erscheint. Darunter schreibt man abschließend den Satz: „Damit soll es nun für heute genug sein!" Kommen danach Gedanken daran wieder hoch, werden sie mit diesem energischen Satz wiederholt abgewiesen.
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| Selbstbelohnung |
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In Arbeit und Freizeit spielen so genannte Flow-Erlebnisse (Csikszentmichalyi, 1987) eine besondere Rolle. Das sind Erfahrungen vollständigen Hingegebenseins, in denen die Unterscheidung zwischen Selbst und Umwelt, zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, aber auch zwischen verschiedenen Sinnesgebieten aufgehoben ist. Die Gestalttherapie bezeichnet das als Konfluenz. Im Alltag erfahren wir solche Zustände bei Tätigkeiten, denen wir uns völlig hingeben, wie Kinder beim Spielen, die nichts mehr um sich herum wahrnehmen und völlig die Zeit vergessen. Natursportarten oder künstlerische Tätigkeiten wie Malen oder Musizieren bringen oft den „Flow". Flow-Erlebnisse sind ideal zum Abschalten. Man fühlt sich danach von einer gesunden Müdigkeit erfüllt.
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| Lebenssinn auch außerhalb der Arbeit suchen |
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Wer einen emotional, geistig und körperlich so fordernden Beruf hat, wie ein Arzt, sollte zum Ausgleich etwas Eigenes haben, dass ihm Kraft gibt. An erster Stelle steht sicherlich die Familie, dann ein Hobby oder andere Lebensziele.
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| Flow-Erlebnisse |
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In Arbeit und Freizeit spielen so genannte Flow-Erlebnisse (Csikszentmichalyi, 1987) eine besondere Rolle. Das sind Erfahrungen vollständigen Hingegebenseins, in denen die Unterscheidung zwischen Selbst und Umwelt, zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, aber auch zwischen verschiedenen Sinnesgebieten aufgehoben ist. Die Gestalttherapie bezeichnet das als Konfluenz. Im Alltag erfahren wir solche Zustände bei Tätigkeiten, denen wir uns völlig hingeben, wie Kinder beim Spielen, die nichts mehr um sich herum wahrnehmen und völlig die Zeit vergessen. Natursportarten oder künstlerische Tätigkeiten wie Malen oder Musizieren bringen oft den „Flow". Flow-Erlebnisse sind ideal zum Abschalten. Man fühlt sich danach von einer gesunden Müdigkeit erfüllt.
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| Einsamkeit und Natur |
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Gemeint ist nicht das „kurze Luftschnappen“ vor der Haustür. Einsamkeit und Natur sind zwei Chancen, sich selbst zu begegnen und gleichzeitig einen Raum tiefer Geborgenheit zu erfahren. Im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung werden Seminare angeboten, in deren Rahmen die Teilnehmer gezielt auch eine gewisse Zeit allein in der Natur verbringen. Manchmal wirkt aber auch ein Wanderwochenende mit Zelt abseits der Touristenzentren Wunder.
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| Das soziale Umfeld |
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Ebenso wie Einsamkeit und gesunde Distanz zu einem gesunden Leben gehören, ist ein Netzwerk wechselseitiger sozialer Unterstützung notwendig. Dazu gehören zum Beispiel das ehrliche Feedback von Freunden, Angehörigen oder Kollegen, aber auch das Gefühl anerkannt, beachtet und geliebt zu werden. Soziale Unterstützung kann so auch vom Kaufmann an der Ecke, vom Friseur, von der netten älteren Nachbarin oder vom Haustier ergänzt werden. Die Erfahrung lehrt aber, dass das Konzept noch großflächiger zu konzipieren ist. Zu einem guten sozialen Netzwerk gehören auch wiederkehrende Handlungsabläufe am Tag, wie Kochen, Briefe schreiben, Freunde anrufen oder ein Hobby.
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| Persönliche Gespräche |
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Im Multimediazeitalter gibt es viele Wege das Gespräch unter Kollegen zu umgehen: E-Mails, Faxe, Notizen, Telefonate. Kopierer, Fahrstuhl und Kantine entwickeln sich zu Orten kleiner informeller Gespräche, meistens aber unter zeitlicher Begrenzung und unter den Augen Dritter. Früher hat man penibel darauf geachtet, dass die Kaffeepausen nicht überzogen werden. Heute geht man den entgegengesetzten Weg: Teestuben, Kommunikationsecken und Sitzgruppen sollen in Kliniken Mitarbeitern das informelle Gespräch ermöglichen, denn man weiß, dass diese Kontakte, die der Rationalisierung der Arbeitsplatzgestaltung größtenteils zum Opfer gefallen sind, Gelegenheit bieten, auch über betriebliche Dinge zu sprechen. Dabei wird viel geklärt, bereinigt und entschieden, das auf dem Dienstweg viel länger dauern würde.
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| Verpflichtung für Vorgesetzte |
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Treten in einer Klinik Probleme auf, entstehen die Missstände nicht selten an der Spitze und werden geduldet und nicht bekämpft. Ist beispielsweise die Kommunikation zwischen den Stationen schlecht und herrscht gegenseitige Missachtung, lohnt es sich, dass sich die Vorgesetzten selbst fragen, ob sie stressbedingt mit abfälligen Bemerkungen oder Unterstellungen ein schlechtes Leitbild geben.
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| Variabilität in Arbeitszeit und Gehalt anstreben |
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Ein Großteil der Überlastung im Arztberuf beruht auf der rigiden, hohen Arbeitsstundenzahl. Kommen familiäre Verpflichtungen, persönliche Probleme oder Fortbildungen hinzu, halten viele Kollegen der Belastung nicht mehr stand. In einigen Institutionen hat es sich bewährt, Teilzeitarbeitsplätze zu schaffen, die nicht nur aus halben oder viertelvollen Stellen bestehen, sondern nach den Wünschen der Mitarbeiter eingerichtet werden. Die Kosten und der erhöhte Verwaltungsaufwand rechnen sich durch motiviertere und weniger überlastete Angestellte.
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| Balint-Gruppen |
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Die Balint-Gruppen-Arbeit ist das einzige Angebot, das speziell für den Arztberuf angeboten wird und fester Bestandteil verschiedener Fort- und Weiterbildungskonzepte ist. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der Arzt-Patienten-Beziehung – zum Wohle des Patienten und zur Entlastung des Arztes. Ärzte sollen sich neben der wissenschaftlichen, objektiven, distanzierten Beobachtung auch psychotherapeutisches Handwerkszeug zunutze machen, um besser auf den Patienten eingehen zu können, um Distanz und Nähe situationsgerecht aktiv zu gestalten und um eigene Gefühle und Hemmschwellen zu erkennen und zu deuten. Gleichzeitig werden Selbstkritik und die Fähigkeit, sich der Kritik anderer zu Stellen geschult. Spezielle Probleme werden hier ebenso behandelt wie generelle Strategien.
Eine Balintgruppe besteht aus acht bis zwölf teilnehmenden Ärzten und einem Leiter, der in der Regel ein Arzt mit psychotherapeutischer Ausbildung und Weiterbildung zum Balintgruppenleiter ist. Termine und Gruppen sind bei der Deutschen Balintgesellschaft zu erfahren, unter www.balintgesellschaft.de.
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| Supervision |
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Supervision ist eine psychosoziale Beratung für Personen, die ihre berufliche Identität im Kontext mit Klienten (Patienten), Kollegen und Situationen, mit Familie und Gesellschaft klären wollen und die ihre berufliche Handlungskompetenz steigern möchten. Viele Fragen, die den Umgang mit Patienten betreffen, die interne Zusammenarbeit oder die Kontakte mit anderen Stationen oder Abteilungen, lassen sich in Anwesenheit eines Supervisors leichter klären. Supervision wird heute gerade auch für Kliniken als unerlässlich angesehen, weil man in helfenden Berufen nie dauerhafte Souveränität erlangt. Die Begegnung mit Menschen ist für den, der sie aufmerksam wahrnimmt, immer so facettenreich, dass einiges daran stets bedenkenswert bleibt. Und schnell geht auch sichere Professionalität immer wieder in Routine über und erfüllt Arzt und Patient mit Unzufriedenheit. Supervision dient der regelmäßigen Entlastung und Korrektur. Jedes Thema ist dabei willkommen. Sie sollte von der Institution bezahlt werden, während der Arbeitszeit stattfinden, maximal 10 Personen umfassen, außerhalb des Arbeitsplatzes stattfindet und etwa zwei bis vier Stunden pro Monat umfassen.
Mögliche Themen sind: Wie kann ich mir und meinem Team die Arbeit und das Leben leichter machen? Was können wir für mehr Motivation, Arbeitsfreude, Anerkennung und positive Selbsteinschätzung tun oder wie kommen wir zu einer besseren Kommunikation zwischen Ärzten und Pflegepersonal? Adressen ausgewiesener Supervisoren sind beim BDP (Bonn) und DGSV (Köln, E-Mail-Adresse: info@dgsv.de) erhältlich oder unter www.supervisorenregister.de.
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| Coaching |
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Nicht alles, was man denkt, wünscht oder plant verträgt die öffentliche Diskussion. So wird von einigen Menschen oder in einigen Situationen das Coaching, als regelmäßiges Gespräch mit einem psychologisch geschulten Fachmann, bevorzugt. Hier geht es vor allem um Themen, die im Arbeitsprozess (unter persönlichen Zielsetzungen natürlich auch im Privatbereich) besonders herausfordern oder belasten. Das kann etwa die Personalführung sein, der Aufbau oder die Erweiterung einer Station, die Zusammenarbeit mit Kollegen oder anderen Abteilungen oder die Evaluation der eigenen Arbeit. Das Gespräch findet unter vier Augen statt und bedarf der Vertraulichkeit. Die besondere Stärke des Coachings gegenüber der Supervision liegt darin, den Prozess individuell, über eine längere Zeit und kontinuierlich zu begleiten und immer wieder zu reflektieren.
Anbieter für Coachings gibt es wie Sand am Meer. Die DBVC-Mitglieder-Liste mit ausgewiesenen Coaches (E-Mail-Adresse: info@dbvc.de) hilft bei der Suche nach einem geeigneten Coach.
Eine psychologische Ausbildung sollte der Anbieter schon haben. Ansonsten spielen die Berufserfahrung, die persönliche Sympathie und auch die vom Anbieter gewählte Technik eine entscheidende Rolle. Coaching auf NLP-Basis beispielsweise hat sich bewährt. Auch das „Verankern" der im Coaching gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse durch Naturerlebnisse (Outdoortraining) ist wissenschaftlich nachgewiesen effektiv.
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| Systemberatung |
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Bei mittel- bis langfristigen Veränderungen einer Klinik ist es oft notwendig, Fragen und Pläne diesbezüglich stations- und abteilungsübergreifend zu klären. Das geeignete Instrument hierfür ist die Systemberatung. Darunter versteht man die Beratung, Prozessbegleitung und Unterstützung von Institutionen in allen Phasen der Planung und Realisierung. Themen für die Systemberatung sind etwa die Personalplanung, Fortbildungsangebote für die gesamte Einrichtung oder geplante Änderungen in der Verwaltung oder in der Patientenführung.
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