Die Berliner Altersstudie (BASE), ein Projekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften unter der Ko-Leitung von Paul B. Baltes und Karl Ulrich Mayer, gilt wegen der Breite des Spektrums der beteiligten wissenschaftlichen Disziplinen und der sowohl disziplinär wie interdisziplinär bestimmten Untersuchungsgebiete als weltweit einzigartig. Das gilt insbesondere für den Fokus auf das hohe Alter (70- bis 100-Jährige) und den empirischen Bezug auf eine ausgewählte Stadtbevölkerung.
Die Studie hat bestätigt, dass die Vorstellung vom Alter als einer insgesamt negativ und problematisch zu bewertenden Lebensphase der Wirklichkeit nicht entspricht. Sie hat vielmehr eine Reihe von Befunden erbracht, die positive Aspekte des Alterns belegen. Ältere Menschen sind zum Beispiel klinisch nicht häufiger depressiv als jüngere Erwachsene. Alte Menschen fühlen sich nicht nur überwiegend selbständig, sie sind es auch weitgehend in ihrer Lebensführung.
Andererseits haben die Befunde der Studie ebenso eindrücklich die Unausweichlichkeit des körperlichen und geistigen Abbaus, die Zunahme chronischer Leiden und die schwerwiegenden Folgen sensorischer, geistiger und körperlicher Gebrechen gezeigt. Die sehr alten Menschen fühlen sich im Durchschnitt sozial einsamer, sie erleben weniger positive Emotionen, ihr Gedächtnis weist deutliche Leistungsdefizite auf.
Die Untersuchung hat auch eindrucksvoll gezeigt, dass am Ende des Lebens hochbetagter Menschen im Alter von 100 und mehr Jahren fast ausnahmslos das Schicksal seniler Demenz steht.
Von den negativen Folgen des Alterns sind Frauen offenbar stärker betroffen als Männer, dies in erster Linie deshalb, weil sie im Durchschnitt länger leben und so häufiger in die risikoreicheren Jahre gelangen. Aber auch im Vergleich von Gleichaltrigen sind Frauen im Durchschnitt stärker durch geistige und körperliche Einschränkungen betroffen als Männer.
Die Berliner Altersstudie wurde im Rahmen der Arbeitsgruppe „Altern und gesellschaftliche Entwicklung“ unter Beteiligung von mehr als 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durchgeführt. Die Autoren arbeiten überwiegend am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, an der freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin.
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