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Alpine Unfallstatistik
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Eine differenzierte Erfassung von Bergunfällen bietet die jährlich erscheinende Unfallstatistik des Deutschen Alpenvereins (DAV). Allerdings werden auch hier nur Unfälle ausgewertet, bei denen Rettungsdienste oder sonstiges medizinisches Personal in Anspruch genommen wurden. Bagatellunfälle sowie auch Unfälle von Nicht-Mitgliedern bleiben als nicht überschaubare Dunkelziffer im Hintergrund. Auch bei Sportkletterunfällen im Mittelgebirge, wo Kameradenrettung oft möglich ist, wird mit einer erheblichen Dunkelziffer gerechnet. Trotzdem lässt die DAV-Statistik Tendenzen erkennen.

Die meisten Unfälle im alpinen Gebirge sind heute Sport- und Freizeitunfälle. So meldete der DAV für 2003 folgende Zahlen:

31,9%Wanderunfälle
21,8%Unfälle beim Pisten- oder Variantenfahren und beim Langlauf
14,1%Unfälle beim Fels- und Eisklettern
13,6%Unfälle beim Bergsteigen und Hochtourengehen
10,9%Skitourenunfälle
3,1%Unfälle beim Mountainbiken
1,1%Sonstige Notfälle


Allgemein lag die Unfallrate durch den heißen Sommer 2003 etwas höher als im Vorjahr. Beim Hochtourengehen und Klettern kam es temperaturbedingt häufiger zu Symptomen körperlicher Erschöpfung, durch die starke Schneeschmelze auf den Gletschern gab es vermehrt Spaltenstürze.

Mangelndes Können und Überlastung
Zu den häufigsten Unfallursachen zählten 2003 neben dem Mangel an alpiner Erfahrung mit fehlerhafter Selbsteinschätzung (65%) die unzureichende körperliche Verfassung (15%), der Alleingang (0,5%), Steinschlag (2,5%), Spaltenstürze (1,9%), Wetterstürze (1,7%) und Lawinenabgänge (1,3%).

Der plötzliche Herztod am Berg ist ebenfalls ein relevantes medizinisches Problem. Betroffen sind vor allem Bergsportler ab Mitte 30, davon zu 80 Prozent Männer. Auslöser sind lang andauernde, ungewohnte oder plötzlich starke Belastungen, ein abrupter Belastungsabbruch, eine Belastung direkt nach dem Essen, sehr kalte oder sehr heiße Witterungen sowie grippale Infekte in Kombination mit der Anstrengung. Oft lässt sich nach dem Unfall nicht mehr rekonstruieren, ob dem Stolpern oder dem Sturz ein Herzinfarkt vorausging oder ob die Verletzung die Todesursache war.

Handy als Lebensretter
Das Handy gehört heute zur Notfallausrüstung am Berg, wie das Erste-Hilfe-Paket. Mehr als 50 Prozent der Notfälle werden bereits mit dem Handy gemeldet, der Rest über Hüttentelefone oder anderweitig. Die Euro-Notrufnummer über Handy ist 112 (auch ohne SIM-Karte möglich), die Notrufnummer für alpine Notfälle ist in Österreich 140, Rettungsdienst und Christophorus-Notarzt-Hubschrauber sind unter 144 zu erreichen. In Deutschland gilt der allgemeine Notruf 112.


Updated: 08. November 2004

Alpine Unfallstatistik
Autorin
„Bei minus 30 Grad wird der Tubus innerhalb von Sekunden hart wie Glas“
Der Alpine Notfall
Die Standards der ICAR Medcom für die Alpine Notfallmedizin
Internationale Lehrgänge für Alpinmedizin
Literatur


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