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Interview mit Dipl.-Betriebswirt Manfred Pfeiffer
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24. Oktober 2002
Manfred Pfeiffer war 30 Jahre in der Pharmabranche im Bereich durchblutungsfördernder Präparate tätig. Nach seiner Pensionierung als Abteilungsleiter für Öffentlichkeitsarbeit und Gesundheitspolitik, leitete er zusammen mit seiner Frau ein Redaktions- und Wirtschaftsbüro, eine Agentur für Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik in Sörgenloch/Mainz.
Eigenengagement für eine wichtige Sache

1996 traten die AVK-Selbsthilfegruppen an ihn heran, und Manfred Pfeiffer wurde 1997 deren Bundesgeschäftsführer und gesundheitspolitischer Sprecher. Seither bearbeitet er alle telefonischen und schriftlichen Anfragen, ist Referent, Moderator und Ansprechpartner im gesundheitspolitischen Umfeld, Projektleiter des "Arteriomobils" und gibt Hilfestellung bei Neugründungen von Selbsthilfegruppen. Alles ehrenamtlich. Medicus befragte ihn zur Situation in Deutschland.


Medicus: Ihre Arbeit beim AVK-Bundesverband ist sehr umfangreich, oft aufreibend und dabei noch ehrenamtlich. Woher nehmen Sie Ihre Motivation?

Manfred Pfeiffer:  Nach 30 Jahren Pharmaindustrie kenne ich die Leiden und Sorgen von Patienten mit arteriellen Verschlusskrankheiten, mit venösen Durchblutungsstörungen und Diabetes. Die meisten Betroffenen sind über 60 und oft psychisch oder physisch kaum in der Lage, ihr Problem eigenständig in die Hand zu nehmen. Ich habe viel Erfahrung mit diesen Krankheitsbildern und mit der Öffentlichkeitsarbeit, und ich helfe gerne.

Medicus: Wie ist Ihrer Meinung nach der Vorsorge- und Aufklärungsstatus zur arteriellen Verschlusskrankheit in Deutschland?

Manfred Pfeiffer:  Die öffentlichen Maßnahmen zur Verhütung peripherer arterieller Durchblutungsstörungen, venöser Durchblutungsstörungen und des diabetischen Fußes müssen zwingend verbessert werden. Wir bekommen zum Beispiel keine öffentlichen Gelder. Alle Kosten für Aktivitäten wie Kurse, Fortbildungen, Messen und mehr müssen durch die Mitgliedsbeiträge und einige Spenden bestritten werden. Manchmal bekommen wir projektgebundene Hilfe durch die Pharmaindustrie. Die Anschaffung des "Arteriomobils" etwa wurde durch die Firmen Merck und Aventis Pharma unterstützt. Die laufenden Kosten decken wir selbst, durch Vermietung. Kleinere Gruppen betreuen Patienten mit großem persönlichen Aufwand und oft mit finanzieller Unterstützung aus der eigenen Tasche. Und zu den Pressekonferenzen erscheinen oft nur wenig Journalisten.

Medicus: Wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit den Ärzten aus?

Manfred Pfeiffer:  Jede regionale Selbsthilfegruppe wird von einem Arzt betreut. Unser Schirmherr ist Herr Dr. Günter Gerhardt, Vorsitzender des KV-Rheinhessen und medizinischer Moderator im ZDF. Ein Kuratorium und ein ärztlicher Beirat stehen uns für Fachfragen zur Verfügung. Die Fortbildungen für Ärzte zur AVK werden durch Fachgesellschaften, Qualitätszirkel und die Pharmaindustrie durchgeführt. Da stehen wir noch außen vor. Unsere Selbsthilfegruppen würden es aber begrüßen, wenn ihnen in diesem Rahmen eine Möglichkeit zur Information über eine Zusammenarbeit eingeräumt würde.

Medicus: Was liegt Ihnen für die Zukunft besonders am Herzen?

Manfred Pfeiffer:  Die Gründung von neuen Gruppen im Bundesgebiet - für eine bessere Betreuung der Patienten und mehr Aussagekraft unserer Arbeit. In diesem Zusammenhang bemühen wir uns auch um eine bessere Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten. Außerdem möchte ich die Öffentlichkeitsarbeit der regionalen Gruppen verbessern und ihre Eingliederung als gemeinnütziger eingetragener Verein forcieren. Nur so können wir mit Zuschüssen aus öffentlicher Hand rechnen.



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