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Sofortmaßnahmen
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Bei einem gynäkologischen Notfall in der Schwangerschaft sollten die Betroffene sofort an einen Facharzt überwiesen oder in eine Klinik eingewiesen werden.

Präklampsie
Vor der 34. Schwangerschaftswoche wird man – abhängig vom Schweregrad der Erkrankung – versuchen, durch körperliche Schonung, Bettruhe, Magnesiumgabe und durch eine vorsichtige medikamentöse Absenkung des Blutdrucks, eine frühzeitige Geburt zu verhindern. Die Blutdrucksenkung sollte dabei eng überwacht werden, da ein abrupter Abfall eine starke Minderversorgung der Plazenta mit den entsprechenden Risiken für den Fetus bedeutet. Eine schwere Präklampsie sollte in einem Perinatalzentrum stationär betreut werden. In schweren Fällen hilft nur die Beendigung der Schwangerschaft.

Eklampsie

 Eine Beendigung der Schwangerschaft ist meistens empfehlenswert. Jeder weitere eklamptische Anfall bedeutet eine Lebensbedrohung für die Schwangere.

Sofortmaßnahmen beim eklamptischen Anfall:

  • Licht- und Lärmreize vermeiden 
  • Stabile Seitenlage 
  • Antikonvulsionsprophylaxe 
  • Antihypertensive Akuttherapie 
  • Atemwege frei halten 
  • Sauerstoffzufuhr durch Nasensonde oder Maske 
  • Venöse Zugänge legen 
  • Rettungswagen/-hubschrauber rufen     

HELLP-Syndrom
Meist ist eine sofortige Beendigung der Schwangerschaft notwendig. Eine Verlängerung der Tragezeit im Interesse des Kindes ist nur unter einer engmaschigen Überwachung vertretbar.

Sofortmaßnahmen beim HELLP-Syndrom:
  • Antihypertensive Akuttherapie
  • Rettungswagen/-hubschrauber rufen    

Extrauteringravidität
Die Sofortmaßnahmen etwa bei einer Tubarruptur infolge einer Extrauteringravidität sind dieselben wie die bei einem Schock.

Sofortmaßnahmen:
  • Blutdruck und Pulskontrolle 
  • Flache Lagerung mit erhöhten Beinen 
  • Stabile Seitenlage bei Erbrechen oder Bewusstlosigkeit 
  • Sauerstoffzufuhr über Maske oder Nasensonde, Intubation und Beatmung 
  • Blutstillung, wenn möglich 
  • Legen von venösen Zugängen - Abschätzen des Blutverlusts 
  • Volumenersatz zügig und in ausreichenden Mengen:
    Bei einem Blutverlust unter 500 Milliliter:
    Kristalloide Infusionslösungen
    Bei einem größeren Blutverlust:
    Kolloidale Plasmaersatzlösungen
    Bei mehr als 1500 Milliliter:
    Bluttransfusion 
  • Wärmeverlust vermeiden    

Vorzeitige Plazentalösung
Je nach Blutungsstärke, Blutdruck und Puls kann eine Volumensubstitution notwendig werden. In keinem Fall sollten Medikamente oral verabreicht werden, da unter Umständen eine Operation und damit eine Narkose notwendig sein kann.

Sofortmaßnahmen bei einer vorzeitigen Plazentalösung:
  • keine vaginale oder rektale Untersuchung 
  • flache Lagerung mit erhöhten Beinen 
  • Legen venöser Zugänge 
  • Volumensubstitution 
  • Sauerstoffzufuhr über Maske oder Nasensonde 
  • Sedierung 
  • Analgesie 
  • Rettungswagen/-hubschrauber anfordern      

Amnioninfektionssyndrom
In schweren Fällen ist eine Schwangerschafts- oder Geburtsbeendigung notwendig. In leichteren Fällen kann eine Stabilisierung durch hochdosierte Antibiotikagaben versucht werden.

Sofortmaßnahmen bei einem Amnioninfektionssyndrom:
  • Blutdruck und Pulskontrolle, Atemfrequenz 
  • Legen venöser Zugänge 
  • Verabreichung von Volumenersatz 
  • Rettungswagen rufen    

Spontanabort

Grundsätzlich wird zwischen einem Abort mit starker Blutung und einem septischen Abort unterschieden.

Sofortmaßnahmen beim Abort mit lebensbedrohlicher Blutung: 

  • Flache Lagerung mit erhöhten Beinen und steriler Vorlage 
  • Legen venöser Zugänge 
  • Gabe von Volumenersatz 
  • Zufuhr von Sauerstoff über Nasensonde oder Maske 
  • Rettungswagen/-hubschrauber rufen      

Sofortmaßnahmen beim septischen Abort: 

  • Legen venöser Zugänge 
  • Gabe von Volumenersatz 
  • Sauerstoffzufuhr über Nasensonde oder Maske 
  • Rettungswagen/-hubschrauber rufen    

Intrauteriner Fruchttod
Es besteht die Gefahr von Verbrauchskoagulopathie und Amnioninfektionssyndrom.

Sofortmaßnahmen beim intrauterinen Fruchttod:
  • Überwachen der Herztöne 
  • Legen eines venösen Zugangs 
  • Sedierung      
Quellen:
R. Knitza und M. Kolben,
Notfälle in der Schwangerschaft – Auf Leben und Tod,
Gynäkologie und Geburtshilfe,
2 (2003), S. 46-48.

W. Distler und A. Riehn,
Notfälle in Gynäkologie und Geburtshilfe,
Springer Verlag 2001.


Updated: 06. April 2005

Autorin
Literatur
Notfälle in der Schwangerschaft
Reanimation von Schwangeren
Sofortmaßnahmen
Spontanabort und intrauteriner Fruchttod
Zwei Patienten im Visier


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